Weniger Falschgeld im Umlauf als je zuvor

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Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr rund 39.000 gefälschte Euro-Banknoten registriert

Berlin - Seit Einführung des Euro sind in Deutschland noch nie so wenige Blüten aufgetaucht wie 2011. Außerdem setzen die Fälscher aus einem bestimmten Grund auf 20-Euro-Scheine. 

Falsche Euro-Scheine sind 2011 in Deutschland so selten aufgetaucht wie noch nie. Polizei, Handel und Banken zogen im vergangenen Jahr rund ein Drittel weniger Blüten aus dem Verkehr als 2010, wie die Bundesbank am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Rund 39.000 gefälschte Geldscheine registrierte die Notenbank im vergangenen Jahr mit einem Schaden von 2,1 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten 60.000 Falschnoten noch Einbußen von 3,4 Millionen Euro verursacht.

„Die Zahl der falschen Banknoten in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit Einführung des Euro“, sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele. Das sei bemerkenswert, da 2002 Banknoten im Wert von rund 300 Milliarden Euro im Umlauf waren. Jetzt beläuft sich deren Wert auf rund 880 Milliarden Euro. Trotzdem ging die Zahl der Blüten deutlich zurück. „Im Verhältnis zum Geldumlauf ist der Rückgang noch deutlicher.“

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das? © 
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AMEISEN: Auf einem Ameisenhügel tummeln sich im Schnitt eine Million fleißige Insekten. © dpa
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Tausend Haufen ergeben also eine Milliarde Ameisen. © 
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LOTTO: Angenommen, Sie würden jede Woche eine Million Euro im Lotto gewinnen ... © dpa
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Sie bräuchten 19 Jahre und 12 Wochen, um die Gewinnsumme von insgesamt einer Milliarde Euro zu erreichen. © dpa
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ERDE: Wie sah es vor einer Milliarde Jahren auf der Erde aus? Unser Planet hat schon etwa 3,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel. © dpa
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Es gibt bereits Meere und Land. Die Sonne hat noch nicht die volle Leistung errreicht, doch sind alle Bedingungen für die Entstehung des Lebens erfüllt. Erste primitive Lebewesen entstehen. © dpa
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SONNE: Und wie ist die Lage in einer Milliarde Jahren auf der Erde? Die Leuchtkraft der Sonne nimmt zu, deshalb wird es auf unserem Globus so heiß, dass die Ozeane zu kochen beginnen. © dpa
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Die letzte Phase der belebten Erde wird eingeläutet! Vier Milliarden Jahre später bläht sich die Sonne zum Riesenstern auf und ein Ozean aus Lava bildet sich auf der Erde, der alle Zeugnisse einstigen Lebens vernichten wird. © dpa
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SPERMIEN: Um eine Milliarde Spermien zu produzieren, muss ein Mann nur 3,5 Mal zum Samenerguss kommen! © dpa
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Im Durchschnitt enthält ein männliches Ejakulat nämlich 300 Millionen Spermien. © dpa
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GELDSCHEINE: Nimmt man 100-Euro-Scheine und stapelt die Summe von einer Milliarde übereinander ergäbe dies eine Höhe von einem Kilometer. © dpa
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Eine Milliarde Euro in 500-Euro-Scheinen würden 2,4 Tonnen wiegen – etwa so viel wie eine afrikanische Elefantendame. Stapelt man sie als Zwei-Euro-Stücke übereinander, müsste man einen 975 Kilometer hohen Turm bauen. © dpa
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HAARE: Jeder Mensch hat durchschnittlich 100 000 Haare auf dem Kopf. Man bräuchte also eine Ansammlung von 10 000 Leuten um eine Milliarde Kopfhaare zusammenzubekommen ... © dpa
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... vorausgesetzt, alle haben welche! © dpa
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BÄUME: Ein Achtel der Wälder in Deutschland – das ergibt eine Milliarde Bäume. © dpa
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Laut Bundeswaldinventur gibt es insgesamt 8,7 Milliarden Bäume. © dpa
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WANDERHEUSCHRECKEN: Regelmäßig suchen Schwärme von Wanderheuschrecken den Norden Afrikas heim. © dpa
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Bei der Heuschreckenplage von 1988 bestanden die Schwärme zum Teil aus bis zu drei Milliarden Tieren! Sie besetzten damals eine Fläche dreimal so groß wie der Regierungsbezirk Oberbayern. © dpa
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GEMÄLDE: Wenn Sie eine Milliarde Euro investieren, können Sie sich eine Bildergalerie erkaufen! Das teuerste Gemälde der Welt, das je verkauft wurde, ist Jackson Pollocks (Foto) No. 5 (1948). Es wechselte 2006 für stolze 140 Millionen Dollar den Besitzer. © dpa
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Oder wie wäre es mit Gustav Klimts Adele Bloch-Bauer? Das Bild kostete 135 Millionen Dollar. © dpa
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OKTOBERFESTE: Das Oktoberfest lockt durchschnittlich sechs Millionen Besucher pro Jahr. © dpa
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Es bräuchte 167 mal Wiesn, um die Milliarde zu erreichen. © dpa
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ESSEN: Wer 3 203 178 Cheeseburger futtert, hat eine Milliarde Kalorien verdrückt. © dpa
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Und bei einem Kalorienverbrauch von 2000 am Tag könnte eine Frau 1370 Jahre von einer Milliarde Kalorien zehren. Oder 17 Frauen wären mit der geballten Eine-Milliarden-Energie ein Leben lang versorgt. © dpa
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ENTFERNUNG: Der Planet Jupiter ist etwa eine Milliarde Kilometer von unserer Erde entfernt. © dpa
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Zum Vergleich: Würde man 25 000 Mal um die Erde fahren, hätte man eine Milliarde Kilometer zurückgelegt. © dpa
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WETTEN, DASS...?: Wahre Wetten, dass..?-Fans träumen vielleicht davon, eine Milliarde Minuten den Witzen von Thomas Gottschalk zu folgen. © dpa
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Das entspricht etwa 6,7 Millionen Sendungen. Um sie alle anzuschauen, würde man 1902,5 Jahre benötigen. © dpa
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FUSSBALLER: Welcher Fußball-Traum-Kader könnte man aus den teuersten Spielern der Welt für eine Milliarde Euro aufstellen? Den Spitzenrekord in Sachen Ablösesumme hält der französische Mittelfeldstürmer Zinédine Zidane, für den Real Madrid 2001 75 Millionen Euro hinlegte. © dpa
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Man könnte sich 13-mal den Superkicker leisten und hätte eine komplette Elf plus zwei hochkarätige Ersatzspieler! © dpa

Auch weltweit wurden in den vergangen sechs Monaten wesentlich weniger Falschnoten sichergestellt. Ihre Zahl ging im zweiten Halbjahr 2011 im Jahresvergleich um rund ein Fünftel auf 310.000 zurück, wie die Europäische Zentralbank in Frankfurt berichtete. Im Vergleich zum ersten Halbjahr stieg die Zahl der Blüten jedoch um rund fünf Prozent leicht an.

Im Vergleich zu den anderen Euro-Ländern steht Deutschland gut da. Rechnerisch kamen 2011 laut Bundesbank fünf (2010: sieben) Blüten auf 10.000 Einwohner. Im gesamten Euro-Raum liegt das Verhältnis bei 18 Fälschungen auf 10.000 Einwohner.

Sechs falsche Münzen auf 10.000 Einwohner

„Über die genauen Hintergründe für den Rückgang können wir nur spekulieren“, sagte Thiele über die Entwicklung in Deutschland. Im vergangenen Jahr habe die Polizei in Europa vier Fälscherwerkstätten das Handwerk legen können. Außerdem habe die Bundesbank ihre kostenlosen Präventionsschulungen 2011 im Jahresvergleich von 1300 auf 1500 erhöht. „Wenn es mal wieder eine neue Fälscherbande gibt, kann die Zahl der Fälschungen auch wieder hoch gehen. Aus dem derzeitigen Rückgang können wir noch keinen Trend für die Zukunft ableiten.“

Die „falschen Fuffziger“ gingen in Deutschland im vergangenen Jahr besonders stark zurück. Ihre Zahl hat sich mehr als halbiert. Dafür setzten die Fälscher nun vermehrt auf 20-Euro-Scheine. Entgegen dem rückläufigen Trend nahm ihre Zahl sogar um 10 Prozent zu und liegt nun fast gleich auf mit den nachgemachten 50-Euro-Noten. Weltweit sind die „20er“ schon jetzt mit Abstand die häufigsten Fälschungen. Nach Zahlen der EZB war in den vergangen sechs Monaten rund jede zweite nachgemachte Note ein 20-Euro-Schein. Bei diesen Noten wird vermutlich nicht so genau hingeschaut wie bei den wertvolleren Scheinen.

Die in Deutschland sichergestellten Falsch-Münzen gingen laut Bundesbank auf rund 52.700 Stück zurück. Im Jahr zuvor waren noch rund 67.400 nachgemachte Geldstücke aus dem Verkehr gezogen worden. Auf 10.000 Einwohner entfielen daher rechnerisch rund sechs falsche Münzen nach acht im Vorjahr.

dpa

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