TÜV-Report 2011: Acht Millionen Autos sind mit erheblichen Mängeln unterwegs

Fast jeder Fünfte fällt durch

Berlin. Fast jedes fünfte Auto in Deutschland hat erhebliche Mängel. Die Durchfallquote hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert, stellt der TÜV-Report 2001 fest. 19,5 Prozent der Autos bestanden danach die Hauptuntersuchung nicht, im Vorjahr waren es nur 18,4 Prozent. „Das bedeutet, dass mehr als acht Millionen Fahrzeuge mit erheblichen technischen Mängeln auf unseren Straßen unterwegs sind“, sagte der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Klaus Brüggemann, in Berlin.

In der Rangliste der Autos mit den geringsten Problemen liegen japanische Modelle vor deutschen Wagen an der Spitze. Testsieger bei den bis zu drei Jahre alten Fahrzeugen wurde der Toyota Prius Hybrid, der wahlweise mit Verbrennungs- oder Elektromotor angetrieben wird. Damit gewann erstmals ein Auto mit alternativer Antriebstechnik die goldene Plakette. Die TÜV-Untersuchungen hätten gezeigt, „dass an Hybridfahrzeugen keine Abstriche bei der Sicherheit festzustellen sind“, sagte Brüggemann.

In allen Altersklassen platzierte sich Toyota mit acht Modellen insgesamt 17-mal unter den ersten Zehn, Porsche mit drei Modellen zehn Mal und Mazda mit acht Modellen acht Mal. Unter den letzten Zehn sind besonders häufig Renault (elf Mal), Fiat und Ford (je sechs Mal) vertreten.

Besonders viele Mängel fanden die TÜV-Prüfer an der Beleuchtung, an Vorder- und Hinterachsen sowie an Bremsleitungen und Schläuchen

Insgesamt fanden die Prüfer bei 28,2 Prozent der untersuchten Autos geringe Mängel, und 52,2 Prozent waren mängelfrei. Für die Studie wurden 7,3 Millionen Ergebnisse von TÜV-Hauptuntersuchungen von Juli 2009 bis Juni 2010 ausgewertet.

In Hessen stieg die Zahl der Autos, die ihre Plakette erst nach einem Werkstattbesuch bekamen von 17 auf 19 Prozent. Vor allem in Großstädten fahren nach dem Eindruck des TÜV Hessen zunehmend unsichere Schrottkisten herum. Die wachsende Mängelquote sei aber nicht mit dem steigenden Durchschnittsalter der Autos zu erklären. Zwar sind 43 Prozent der Autos älter als zehn Jahre, dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr aber kaum gestiegen. Die Autos seien aber schlechter gepflegt, so der TÜV Hessen. Der TÜV Nord, zu dessen Einzugsgebiet auch Niedersachsen zählt, meldet ähnliche Zahlen. Auch hier fielen 19 Prozent der Autos erst einmal bei der Hauptuntersuchung durch. Die Zahl der Fahrzeuge, die sie ohne Mängel bestanden, stieg aber in Jahresfrist von 55,3 auf 57,5 Prozent. (dpa/wll)

Informationen und Links zu den Listen mit den Spitzenreitern und Schlusslichtern der TÜV-Untersuchungen

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