Starkes Wachstum, fallende Fahrpreise – Neue Anbieter vor dem Härtetest

Fernbusse erweitern ihr Netz

Alternative am Reisemarkt: Fahrzeug von MeinFernbus, hier in Frankfurt. Foto: dpa

Frankfurt. Ein Jahr nach der Marktöffnung melden Fernbusfirmen in Deutschland starkes Wachstum: Kunden besonders in großen und mittleren Städten haben die Wahl. Fernbusfahrten sind zwar meist deutlich langsamer als die Bahn, aber auch günstiger:

5100 innerdeutsche Fernbusfahrten pro Woche hat die Berliner Wirtschaftsberatung IGES gezählt. Das sind mehr als drei Mal so viele wie noch im Januar.

Knapp 40 Anbieter kämpfen um den neuen Markt. Das hat den Fernbus-Kilometerpreis laut IGES im Schnitt von 11 Cent im Vorjahr auf jetzt 9 Cent gedrückt. Lockangebote liegen meist um 5 Cent. Für Bahnfahrten ab 101 Kilometern (Normalpreis/einfache Fahrt) setzt der Fahrgastverband Pro Bahn 20 Cent/km an. Der Härtetest kommt erst: Der Winter ist für die Fernbus-Branche eher mau. Und nach 2014 erwartet das Bundesverkehrsministerium kaum noch neue Fernbuslinien.

Bislang sieht IGES-Experte Christoph Gipp vor allem mittelgroße Städte im Süden aber auch strukturschwache Regionen etwa im ländlichen Niedersachsen als Gewinner der Fernbuswelle. Auch die Flughäfen sind gut vernetzt: So halten am Leipziger Airport 14 Fernbuslinien, am Drehkreuz Frankfurt sind es zehn.

Per Fernbus von Kassel nach Berlin? Drei tägliche Verbindungen meldet das Portal www.fernbusse.de, aus Göttingen sind es vier. Aus Kassel nach Hamburg führen pro Tag fünf Fernbusverbindungen, aus Göttingen sogar 13. Stuttgart wird weder aus Nordhessen noch Südniedersachsen angeboten. Für Freiburg meldet das Portal zwei tägliche Verbindungen ab Göttingen.

Kleiner Trost für die Bahn: Nicht immer kommen die bunten Busse pünktlich, auch sie stecken in den Staus des überlasteten Autobahnsystems. Der Betreiber Flixbus nennt 10 bis 20 Prozent bis zu 45 Minuten verspätete Fahrten an verkehrsreichen Tagen.

Schwachpunkt aus Sicht des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (bdo): Noch fehlen in vielen Städten angemessene Fernbus-Terminals mit guter Infrastruktur und Anbindung an die ÖPNV-Netze. (wrk/dpa)

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