Finanzamt zu Strafe verdonnert

Maschmeyer erhält 60.000 Euro Schadenersatz

+
Der Unternehmer, Buchautor und Multimillionär Carsten Maschmeyer

Hannover - Das Finanzamt wollte von Carsten Maschmeyer eine Vorauszahlung in Höhe von 30 Millionen Euro. Der Multimillionär klagte und bekam recht. Ihm stehen 60.000 Euro Schadenersatz zu. 

Der Unternehmer, Buchautor und Multimillionär Carsten Maschmeyer darf sich nach einem Finanzamtfehler auf mehr als 60.000 Euro Schadenersatz vom Land Niedersachsen freuen. Der 53 Jahre alte Ex-Chef des Finanzdienstleisters AWD hatte für den Einspruch gegen einen fehlerhaften Vorauszahlungsbescheid für die Einkommenssteuer ein Steuerberater-Büro beauftragt. Für die Kosten machte er wegen des Fehlers Schadenersatz von gut 250.000 Euro beim Finanzamt geltend. Das Landgericht Hannover hatte die Klage zunächst mit der Begründung abgewiesen, Maschmeyer hätte gar keinen Einspruch nötig gehabt, sondern einen Antrag auf Anpassung des Bescheids stellen können.

Das Oberlandesgericht Celle dagegen gab Maschmeyer nun im Berufungsverfahren teilweise Recht. Die Finanzbeamten hätten sich bei der Bemessung der steuerlichen Veranlagung des Unternehmers nicht allein auf Berichte in den Medien verlassen dürfen. Im Zentrum stand dabei die Frage, ob Maschmeyer auch 2009 Anteile an der einst von ihm mitgegründeten AWD verkaufen würde.

Da die geltend gemachten Steuerberaterkosten aber nach Ansicht des Gerichts teilweise überhöht waren, erkannte es mit 60.450,33 Euro lediglich ein Viertel des geforderten Schadenersatzes an. Maschmeyer muss zudem drei Viertel der Gerichts- und Anwaltskosten tragen. Die hohe Schadenersatzforderung hatte sich aus der Steuerforderung des Finanzamtes in Höhe von 30 Millionen Euro ergeben. Gegen das Urteil (Az 16 U 9/12) können beide Seiten noch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe anrufen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.