Finanzmärkte bedrohen Konjunktur

Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht 2011 die größte Gefahr für das Wirtschaftswachstum in der mangelnden Stabilität der Finanzmärkte.

Grundsätzlich gehe man mit großer Zuversicht ins neue Wirtschaftsjahr, sagte BDI-Präsident Hans- Peter Keitel der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings müsse man “aufpassen, dass uns die Finanzseite nicht die Ernte verhagelt“.

Bedenken bestünden inzwischen nicht mehr so sehr bei der Kreditversorgung. Die Kreditnachfrage sei deutlich weniger hoch als angenommen. “Mich macht die Frage unruhiger: Wie stabil ist insgesamt der Finanzmarkt“, sagte Keitel. Dazu gehöre auch die Frage: “Geht man die Probleme bei den Landesbanken endlich an oder schiebt man sie weiter vor sich her?“ Keitel machte deutlich, dass eine langfristige Lösung bei den kriselnden Landesbanken auch eine Frage der politischen Handlungsfähigkeit sei.

Mit Blick auf die Realwirtschaft sagte Keitel: “Wir haben, getrieben durch die Binnenkonjunktur, eine sehr gute Perspektive für 2011. Ich sehe derzeit keine großen Risiken oder Gefahren in der Wirtschaft an sich. ... Was die Konkurrenzfähigkeit anbetrifft, was die Produktlinien anbetrifft, was die Auftragslage anbetrifft, was die Nachfrage im In- und Ausland anbetrifft, was den Konsum anbetrifft, sind alle Indikatoren so, dass man sagen kann: Wir sind in einer sehr vernünftigen Position“, sagte er und verwies auf ein voraussichtliches Wachstum von mehr als 3,5 Prozent im vergangenen Jahr.

Mindestens ebenso wichtig sei die Entwicklung am Arbeitsmarkt. “Wir haben mehr Beschäftigte in Deutschland als bisher. Was die Arbeitsplätze, was die Arbeitslosenrate anbetrifft, ist eigentlich das größte Wunder passiert“, sagte Keitel. “Nicht nur, dass wir weniger Menschen haben, die einen Job suchen, sondern dass wir einfach mehr Jobs haben als je zuvor. Das ist natürlich schon gigantisch.“

dpa

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