Finanzspritze für Weltbild-Tochter

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Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa (Mitte) und der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx (rechts), sprechen mit demonstrierenden Mitarbeitern der existenzbedrohten Verlagsgruppe Weltbild.

Augsburg - Seit der Pleite der Weltbild-Mutter wird darüber spekuliert, ob auch die für die Buchhandlungen zuständige Tochter finanziell ins Trudeln kommt. Dies will die Kirche nun mit 20 Millionen Euro verhindern.

Nach der Insolvenz der katholischen Verlagsgruppe Weltbild will das Erzbistum München-Freising dem Tochterunternehmen DBH in den nächsten Wochen 20 Millionen Euro überweisen. Für die bereits im Januar angekündigte Zahlung habe das Erzbistum nun eine Einigung mit der Buchhändlerfamilie Hugendubel erzielt, bestätigte ein Sprecher des Ordinariats in München am Dienstag einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Zuvor war darüber spekuliert worden, dass sich Kirche und Hugendubel letztlich doch nicht auf die genauen Modalitäten der Finanzspritze einigen könnten.

Hugendubel betreibt gemeinsam mit der insolventen Weltbild-Mutter unter dem Dach der Finanzholding DBH mehr als 300 Filialen. Mit dem Geld von der Kirche sollen diese Buchhandlungen mit zusammen etwa 3100 Beschäftigten davor bewahrt werden, in den Strudel der Weltbild-Insolvenz hineingezogen zu werden. Beim Weltbild-Verlag in Augsburg, der unter anderem einen Onlinehandel betreibt, bangen rund 2200 Mitarbeiter um ihre Jobs.

Die DBH selbst ist bislang nicht zahlungsunfähig. Dennoch wird das Erzbistum nun zunächst zehn Millionen Euro zahlen. Diese erste Trance stehe bereit, sagte der Ordinariatssprecher. Bis Ende Februar sollen dann ein Sanierungsgutachten und ein Finanzierungskonzept für DBH vorgelegt werden. Dann könnte das Erzbistum weitere zehn Millionen Euro zahlen.

Hugendubel hat eine Stellungnahme zu der Einigung angekündigt, die zunächst jedoch nicht vorlag. Der geschäftsführende Gesellschafter Maximilian Hugendubel hatte im Januar erklärt, dass eine schnell Entscheidung zu der finanziellen Hilfe nötig sei, weil anhaltende Spekulationen negative Auswirkungen auf das Unternehmen haben könnten. „Durch den finanziellen Beitrag hat das Erzbistum München und Freising einen wesentlichen Baustein für die Fortführung der DBH und damit für den Erhalt von zahlreichen Arbeitsplätzen geschaffen“, sagte er damals.

dpa

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