Zwölf Länder betroffen

Fipronil-Skandal weitet sich aus: 10 Millionen verseuchte Eier in Deutschland

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Auch in Flüssigei aus Deutschland wurde Fipronil entdeckt.

Der Skandal um Insektengift-Eier nimmt immer größere Dimensionen an: Mittlerweile wurde schon in zwölf europäischen Ländern Fipronil entdeckt. Auch Eier aus Deutschland sind kontaminiert.

Kontaminierte Eier gelangten demnach auch in die Slowakei sowie nach Rumänien und Dänemark. Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht nach einem Bericht der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) inzwischen von rund 10,7 Millionen möglicherweise belasteten Eiern in Deutschland aus.

20 Paletten hartgekochte Fipronil-Eier

In Rumänien wurde eine Tonne Flüssig-Eigelb aus Deutschland entdeckt, das mit dem Insektengift Fipronil verseucht ist. In der Slowakei stießen die Lebensmittelbehörden in einem Lagerhaus auf mehr als 20 Paletten kontaminierte hartgekochte Eier, die über Deutschland aus den Niederlanden importiert worden waren. In Dänemark gelangten rund 20 Tonnen Fipronil-Eier eines belgischen Lieferanten in Cafés und Kantinen sowie zu Catering-Unternehmen.

Rumänien und die Slowakei sind die ersten Länder in Osteuropa, in dem mit Fipronil belastetes Ei nachgewiesen wurde. Neben diesen beiden Staaten und Dänemark sind neun weitere Länder betroffen: Deutschland, die Niederlande und Belgien sowie Frankreich, die Schweiz, Österreich, Schweden, Großbritannien und Luxemburg.

Ursprung in Belgien

Der Skandal hat nach bisherigen Erkenntnissen seinen Ursprung in Belgien. Dort wurde offenbar ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt. Es wurde auch in Ställen in den Niederlanden und in einigen Fällen auch in Deutschland eingesetzt. Millionen belasteter Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland verkauft.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht inzwischen von mindestens 10,7 Millionen belasteten Eiern in Deutschland aus, wie die "Rheinische Post" berichtete. Zuvor war von zehn Millionen Eiern aus den Niederlanden die Rede gewesen. Die Zeitung beruft sich auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion bei dem Ministerium.

Göring-Eckhardt: „Armutszeugnis“

Die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt nannte die Bilanz des Ministeriums ein "Armutszeugnis". Sie appellierte an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), die Aufklärung nicht allein den Bundesländern zu überlassen.

Unterdessen kam es zu Festnahmen: In den Niederlanden wurden zwei Manager der Firma Chickfriend inhaftiert, die Fipronil in Legehennen-Betrieben eingesetzt hatte. Im Visier der Ermittler ist zudem ein belgisches Unternehmen, das vermutlich unerlaubt Fipronil dem Desinfektionsmittel Dega 16 beimischte. In Belgien und in den Niederlanden gab es mehrere Razzien, wie die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften mitteilten.

Aldi hat unterdessen am Freitag bekanntgegeben, nach einer Woche Verkaufsstopp wieder Eier ins Angebot zu nehmen.

afp

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