Exakte Dosierung

Sera in Immenhausen hat weltweit Erfolg mit Dosieranlagen und Kompressoren

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Seit fast 70 Jahren Erfolg mit Pumpen: Dosierpumpen für aggressive oder sehr genau zu bemessende Flüssigkeiten sowie extrem exakte Kompressoren sind die Kernprodukte der Firma sera in Immenhausen. Marketing-Manager Stefan Merwar zeigt hier in einer Fertigungshalle die erfolgreiche Schrittmotorpumpe iSTEP mit abnehmbarem Bedienteil.

Immenhausen. Ob Brauerei, Trinkwassergewinnung, Lebensmittelproduktion, Erdölverarbeitung, Medikamentenherstellung oder Bergbau – überall, wo es auf die exakte Dosierung und Förderung von Chemikalien und Flüssigkeiten ankommt, ist wohl ein Produkt der Firma sera aus Immenhausen im Einsatz.

Die 1945 als Seybert & Rahier gegründete Firma gehört zu den weltweit führenden deutschen Unternehmen auf dem Gebiet der Dosier- und Kompressorentechnik. Ob das Brauwasser einer Großbrauerei in Südafrika auf gleichbleibende Qualität gebracht, ob riesige Eisenerzbagger vor Korrosion geschützt oder Technik für die Textilherstellung benötigt wird, die Pumpenspezialisten aus Immenhausen haben eine Lösung dafür. Für ihre Dosierpumpen beispielsweise haben sie ein Baukastensystem mit 80 Variationsmöglichkeiten entwickelt, sodass jede Pumpe gezielt auf die Anforderungen des Kunden angepasst werden kann, egal ob Serie oder Einzelstück, erläutert Marketingmanager Stefan Merwar.

Der zweite Produktbereich ist die Entwicklung und Herstellung von Kompressoren für die Verdichtung und Förderung von Gasen, insbesondere für hochreine Gase frei von Öl, Verunreinigung und Leckage. „Das ist ebenfalls eine komplexe und sehr anspruchsvolle Technik“, verdeutlicht Merwar, warum die jahrzehntelange Konzentration der Firma auf diesen Spezialbereich zu einem solchen Erfolg geworden ist.

Unter anderem befasst sich sera mit der modernen Kompressortechnik zur Speicherung von Wasserstoff in Fahrzeugen mit Brennstoffzellen, die als umweltfreundlichere Alternative zu Elektrofahrzeugen mit herkömmlichen Batterien gesehen werden. Auf dem Firmengelände in Immenhausen befindet sich eine Wasserstofftankstelle im Probebetrieb und das einzige Wasserstofffahrzeug Nordhessens ist als Firmenwagen für sera unterwegs.

Zukunftsfeld: Die sera GmbH forscht und entwickelt im Bereich der Betankungstechnik für Wasserstofffahrzeuge mit Brennstoffzellen. 

Die Firma hat heute weltweit mehr als 220 Mitarbeiter am Firmensitz in Immenhausen und in den ab 2007 gegründeten Tochterunternehmen in Peterborough (Großbritannien), Johannesburg (Südafrika) und Valencia (Spanien). Handelspartnerschaften mit dem europäischen Ausland wurden schon ab 1952 geschlossen und nach Eroberung des europäischen Marktes wurden in den 1990er-Jahren Handelspartner in Übersee qualifiziert. Inzwischen ist sera in über 80 Ländern vertreten. Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 20 Millionen Euro.

Die Finanzkrise schlug 2010 mit einem Umsatzeinbruch durch, doch sera überstand das durch gute internationale Kontakte, Kurzarbeit und Zusammenrücken aller Mitarbeiter. Seitdem geht es kontinuierlich wieder bergauf mit dem Unternehmen.

Carsten Rahier ist Gesellschafter bei Sera

Carsten Rahier, Jahrgang 1967, verheiratet, drei Kinder, ist Geschäftsführender Gesellschafter der sera Unternehmensgruppe in Immenhausen. Der studierte Wirtschaftsingenieur gründete parallel zu seinem Studium ein eigenes IT Start-up-Unternehmen in Karlsruhe, war dann als Produktmanager und Assistant Salesmanager für die SEW Eurodrive in Bruchsal tätig, bevor er 2000 nach Nordhessen zurückkam und zunächst die stellvertretende und ab 2003 die Geschäftsführung der Seybert Rahier GmbH übernahm. Seit 2005 ist er geschäftsführender Gesellschafter der sera Gruppe. Er erkannte früh die Chancen einer Internationalisierung und forcierte diese ab 2007 mit der Gründung von ausländischen Tochtergesellschaften. 2009 wurde er Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der Hessischen Metall- und Elektroindustrie Bezirksgruppe Nordhessen und ist seit 2014 dessen Vorsitzender und Vorstandsmitglied bei Hessenmetall in Frankfurt. Seit 2005 ist Rahier außerdem Mitglied des Außenwirtschaftsausschusses der IHK Kassel-Marburg und seit 2009 ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht in Frankfurt.

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