Internetseite soll bei Anmeldungen helfen

Firma wird virtuell eröffnet

Kassel. Wer sich nachts um 3 Uhr den Traum von der eigenen Bratwurst-Bude erfüllen will, kann sein Gewerbe – theoretisch – ebenso spontan in Hessen anmelden. Der sogenannte Einheitliche Ansprechpartner Hessen (EAH) bietet jedem, der sich selbstständig machen will, die Möglichkeit, seinen Laden ohne Rathausbesuch übers Internet anzumelden.

Hinter dem EAH steckt eine gute Idee: Wer mit seiner Firmen-Idee durchstarten will, spart Zeit. Denn die Internetplattform ist nicht an Öffnungszeiten gebunden. Außerdem gibt es nur einen Ansprechpartner statt vieler Behörden.

Trotzdem wird das Angebot kaum genutzt. Laut Regierungspräsidium Kassel haben sich fast ein halbes Jahr nach dem Start über 300 Interessenten angemeldet. Doch nur 26 Anträge wurden bislang abgeschlossen. Zum Vergleich: Allein im ersten Quartal 2009 gab es laut Statistischem Landesamt in ganz Hessen 20 566 Gewerbeanmeldungen.

Die Anfragen über EAH sind verschwindend gering. „Das liegt daran, dass der Bekanntheitsgrad noch niedrig ist“, sagt Mona Schirghofer, EAH-Mitarbeiterin im Kasseler Regierungspräsidium. Doch das soll sich ändern. „Wir wollen vermehrt lokale Termine wahrnehmen und präsentieren uns auf dem Hessentag“, sagt Schirghofer.

Billig ist das Projekt, dass in allen Bundesländern seit Ende 2009 läuft, nicht. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte das Hessische Wirtschaftsministerium, dass Software-Entwicklung und Personal nur für Hessen drei Millionen Euro kosten.

Ein weiteres Problem ist, dass die Plattform noch nicht komplett ins Englische übersetzt ist. Das ist unvorteilhaft, da EAH eigentlich von einer EU-Richtlinie ins Leben gerufen wurde, um europäischen Firmengründern bürokratische Hürden zu ersparen. Bis Ende Juni soll dieses Manko aber behoben werden.

Die Plattform benutzt hat Mathias Gerstenberger. Der Unternehmer stellte über EAH den Antrag für seine GmbH. Online füllte er Fragebögen und Formulare aus. Schließlich druckte er die Dokumente aus, unterschrieb sie und schickte sie per Post ans Amt. Ein Haken – auch für Gerstenberger: Die Dokumente müssen von Hand unterschrieben werden, weil offiziell noch keine elektronische Signatur gilt. „Trotzdem würde ich EAH weiterempfehlen“, sagt er.

Von Dorothea Backovic

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