Firmengröße ist entscheidend

+
Sebastian Lenninghausen ist bei einem eher kleinen Unternehmen eingestiegen: Mit rund 100 Mitarbeitern geht es familiär zu. Mit seinen Chefs ist er per Du.

Viele Berufseinsteiger stehen vor der Entscheidung: Zu einem großen Konzern oder zu einem kleineren Unternehmen? Ersteres verspricht Geld und Renommee, Letzteres eine familiäre Arbeitsatmosphäre und flache Hierarchien. Doch für wen ist welche Unternehmensgröße die Richtige?

Startet die Biermarke Schultheiss Pilsener eine Kronkorken-Sammelaktion, hat meist Georg Sladek die Finger im Spiel. Sladek arbeitet als Junior Brand Manager in der Marketingabteilung der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei und entwickelt dort Ideen für Werbekampagnen. Die Berliner Brauerei ist Teil der Radeberger Gruppe. Der Konzern beschäftigt 5500 Mitarbeiter, davon 560 allein am Standort Berlin.

Geht es um die Umsetzung einer neuen Marketingidee, entscheidet Sladek nicht allein. Vielmehr sind viele Fachbereiche eingebunden: Die Marketingleitung des Konzerns in Frankfurt, der Vertrieb, die Grafik, die Rechtsabteilung und häufig noch eine externe Werbeagentur.

„Diese Aufgabenteilung und Koordination gehört einfach dazu“, sagt der Diplom-Betriebswirt. Für sich allein arbeite man in einem so großen Konzern nie.

Hat Sebastian Lenninghausen eine Idee für eine neue Plakatwerbung, braucht er nur ein Stockwerk hochzugehen. Lenninghausen arbeitet in der Marketing-Abteilung der Kölner Brauerei Gaffel Becker & Co. Derzeit beschäftigt das mittelständische Unternehmen 110 Mitarbeiter. Die Marketing-Abteilung besteht aus Produktmanager Lenninghausen und seinem Abteilungsleiter. Wollen sie in Köln Plakate der Brauerei aufhängen lassen, entwickeln sie die Kampagne in großen Teilen zu zweit. Die Atmosphäre ist familiär. Die Chefs spricht Lenninghausen mit Vornamen an.

Für wen welche Unternehmensgröße die richtige ist, sei Typsache, sagt der Karriereberater Raphael Zehetbauer: Wer vom Typ eher ein Weltenbummler sei, setze besser auf einen internationalen Konzern. Denn dort müsse man unter Umständen bereit sein, auch einmal ein paar Jahre im Ausland zu arbeiten. „Wer eher bodenständig ist, fühlt sich vermutlich in einem kleinen Betrieb wohler, wo der Inhaber einen mit Namen kennt“, rät Zehetbauer.

Download der Sonderseite Start in den Beruf

Ausgabe Witzenhausen, Northeim, Hann. Münden

Ausgabe Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg, Rotenburg-Bebra

Ein Argument für den Großkonzern ist, dass dort häufig bessere Konditionen locken. Weihnachtsgeld, ein Dienstwagen oder auch mehr Urlaub beispielsweise: Große Konzerne hätten häufig mehr Spielraum, sagt die Karriereberaterin Annette Thiele aus Berlin. Auch die Verdienstmöglichkeiten seien oft besser, sagt Karrierecoach Zehetbauer. Ein kleines Start-Up werde sich kaum einen IT-Profi mit 80 000 Euro Jahresgehalt leisten können.

Wer sich selbst eher als Macher versteht, sollte sich dagegen lieber in einem kleineren Unternehmen vorstellen, rät Annette Thiele. Die Entscheidungswege seien dort von Natur aus kürzer, Projekte könnten schneller auf den Weg gebracht werden.

Das heiße zwar nicht, dass Entscheidungsprozesse in kleineren Unternehmen nicht auch einmal langwierig sein können. „Doch in der Regel erwartet den Mitarbeiter hier ein größeres Aufgabenspektrum, und er ist näher an dem Produkt, der Leistung oder den Kunden des Unternehmens dran“, sagt Thiele. (tmn)

Partner dieser Sonderveröffentlichung

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.