Air Berlin mit neuem Chef – Fluglinie dünnt Netz aus, Ziele ab Paderborn gestrichen

Flugchef Mehdorn hebt ab

Bald seltener am Himmel über Paderborn zu sehen: Ein Flugzeug von Air Berlin. Das Unternehmen gab die Streichung zahlreicher Verbindungen bekannt. Von Westfalen aus sind zwei von 35 Zielen betroffen: Es geht nicht mehr nach London und Manchester. Foto: dpa

Paderborn/Berlin. Air Berlin, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, legt sechs ihrer 120 Flugzeuge still und dünnt ihr Streckennetz aus, um aus der Verlustzone zu kommen. Von den Sparplänen betroffen ist auch der Flughafen Paderborn-Lippstadt: Mit Umstellung auf den Winterflugplan werden ab Oktober die beiden britischen Ziele London und Manchester nicht mehr angeflogen.

„Durch die Entscheidung von Air Berlin gehen uns rund 78 000 Passagiere jährlich verloren“, erklärte Flughafen-Pressesprecherin Elke Rawisch de Terán. Air Berlin ist die größte Linie in Paderborn-Lippstadt. Rund eine Million Menschen reisten im Jahr 2010 von dort aus, mit insgesamt 572 000 Passagieren steuerte Air Berlin mehr als die Hälfte zum Flugaufkommen bei. „Der Einschnitt tut uns natürlich weh, Arbeitsplätze stehen aber nicht auf dem Spiel“, sagte Rawisch de Terán. „Wir werden den Kontakt zu weiteren Linien halten und hoffen, neue Kunden zu gewinnen.“ Sie verwies auf das vergangene Jahr, in dem es gelungen sei, die Fluggesellschaft Condor an den Standort zu binden.

Air-Berlin-Vorstandsvorsitzender Joachim Hunold bezeichnete die Regionalflughäfen als Opfer der Luftverkehrssteuer, die Flugreisen seit Anfang des Jahres um acht Euro bei innerdeutschen Flüge und bis zu 45 Euro auf Langstrecken verteuert. Durch den Wettbewerbsdruck sei es nicht möglich, die Steuer und gestiegene Kerosinpreise an die Kunden weiterzugeben, zahlreiche Strecken würden somit unrentabel.

Unternehmensgründer Hunold zog zugleich die Konsequenz aus der schwachen Entwicklung des Unternehmens und kündigte seinen Rücktritt zum 1. September an.

Sein Nachfolger steht bereits fest: Der Verwaltungsrat des Unternehmens bestätigte, dass der ehemalige Chef der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, neuer Interimschef wird. Hunold selbst hatte ihn vorgeschlagen. Ein Zeitraum für die Übergangsphase wurde nicht genannt. Porträt

Von Sonja Broy

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