Fluglotsen planen Streik in der kommenden Woche

Frankfurt/Main -Flugreisende müssen in der kommenden Woche mit massiven Behinderungen rechnen. Die Fluglotsen wollen mit einem Streik den Flugverkerkehr in der Ferienzeit lahmlegen.

Urlauber und Geschäftsreisende müssen weiter mit starken Beeinträchtigungen im Flugverkehr rechnen. Die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) bekräftigte am Wochenende ihre Streikabsicht, ließ aber den genauen Zeitpunkt dafür weiter offen. Ein Ausstand werde 24 Stunden vorher angekündigt, sagte Tarifvorstand Markus Siebers am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd. Am Montag werde aber noch nicht gestreikt, fügte er hinzu. Somit wären die Arbeitsniederlegungen frühestens am Dienstag möglich.

Siebers ließ jedoch offen, wann die Fluglotsen im Streit um höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen stattdessen die Arbeit niederlegen wollen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat bereits angekündigt, in diesem Fall erneut vor Gericht ziehen zu wollen. Das Frankfurter Arbeitsgericht hatte am Mittwochabend einem Antrag der DFS auf Einstweilige Verfügung gegen den für Donnerstag angekündigten sechsstündigen Streik auf allen deutschen Flughäfen stattgegeben.

Zur Begründung hieß es, der Ausstand sei rechtswidrig, weil die Forderungen der Gewerkschaft nichts mit der laufenden Tarifrunde zu tun hätten. Die Gewerkschaft hat aber nach der Gerichtsentscheidung an diesen Forderungen Abstriche gemacht und steht auf dem Standpunkt, dass ein Streik somit rechtlich möglich sei. Die DFS will dagegen bei einer neuen Ankündigung erneut vor das Arbeitsgericht ziehen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer reagierte am Wochenende mit Unverständnis auf die erneute Streikdrohung der Fluglotsen. Niemand bestreite, dass Fluglotsen einen verantwortungsvollen Beruf hätten, sagte der CSU-Politiker dem “Spiegel“. “Dafür werden Sie aber auch gut entlohnt - mit Jahresgehältern um 120.000 Euro bei 25 Stunden Wochenarbeitszeit sowie 40 bis 50 Urlaubs- und Kurtagen.“

Der Tarifkonflikt müsse am Verhandlungstisch gelöst werden. Er habe kein Verständnis, wenn in der Ferienzeit Familien, die sich ihren Urlaub mühsam zusammengespart hätten, wegen eines Streiks am Flughafen festsäßen, sagte Ramsauer.

dapd

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