Forschen für die Mobilität der Zukunft

Bild der Zukunft: Ein teilautonomes Elektrofahrzeug ermöglicht den Besuch des Bergparks Wilhelmshöhe. (Grafik: Uni Kassel)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungsprojekt „Elektromobilitätskonzept mit teilautonomen Fahrzeugen“ (E2V) mit einem Finanzvolumen von 2,91 Millionen Euro. Es wird im Fachgebiet Fahrzeugsysteme und Grundlagen der Elektrotechnik an der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Ludwig Brabetz koordiniert.

Vier weitere Fachgebiete sowie sechs Industriepartner sind am Projekt beteiligt. Die Verwertbarkeit der Projektergebnisse und die Praxistauglichkeit wird ein Pilotprojekt im größten Bergpark Europas, der Wilhelmshöhe in Kassel, unter Beweis stellen – darin sind sich die beteiligten Fachgebiete und Unternehmen einig.

Suche nach umweltverträglicher und individueller Mobilität

Die größte Herausforderung, vor der die Automobilindustrie weltweit steht, ist die langfristige Sicherung einer umweltverträglichen individuellen Mobilität. Im Hinblick auf die angestrebte Nutzung erneuerbarer Energien und die lokale Emissionsfreiheit werden große Erwartungen in die Elektromobilität gesetzt.

Aus Sicht der Automobilindustrie gilt es, die Führungsrolle Deutschlands im Automobilbau auch in einer elektromobilen Zukunft zu behaupten. Die Bundesregierung hat sich daher zum Ziel gesetzt, in einem ersten Schritt eine Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2020 auf Deutschlands Straßen zu bringen. Die deutsche Automobilindustrie soll zu einem Leitanbieter für Elektromobilität werden.

Noch einige technologische Hürde überwinden

Auf dem Weg zu marktfähigen Elektrofahrzeugen sind jedoch noch wesentliche technologische Hürden zu überwinden. Im Rahmen des Förderschwerpunktes „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität – Strom“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung werden Verbundvorhaben insbesondere auf den Gebieten Batterieforschung, Energiemanagement und Gesamtfahrzeugsysteme gefördert. Der Förderschwerpunkt Strom orientiert sich dabei an den Empfehlungen der Nationalen Plattform Elektromobilität.

Elektromobilitätskonzepte der Zukunft

Für viele abgeschlossene Räume, zum Beispiel Stadtzentren, verkehrsfreie Wohngebiete, Parks und Kulturlandschaften, verbietet sich wegen ihrer baulichen Gegebenheiten oder bestimmter Umwelt- und Tourismusaspekte der Einsatz herkömmlicher Straßenfahrzeuge. Andererseits ist es grundsätzlich wünschenswert, dass sich gerade ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen in diesen Gebieten bewegen können, ohne die Infrastruktur aufwändig verändern zu müssen. Sie könnten dabei zusätzlich aktuelle Informationen zur Umgebung erhalten und auf ein Fahrerassistenzsystem zurückgreifen, das sie zu einem gewünschten Ziel teilautonom leitet – also ohne, dass der Insasse aktiv in die Fahrzeugsteuerung oder Ladevorgänge eingreifen muss. „Ziel des Projekts E2V sei es, diese Anwendungen mit einem kompakten, wendigen und leichten Elektrofahrzeug zu ermöglichen“, erläutert Projektkkoordinator Prof. Dr. Ludwig Brabetz.

Geplant ist die Integration verschiedener Lösungsansätze für die Mobilität der Zukunft in ein einachsiges, zweirädriges Fahrzeug für bis zu zwei Personen. Ein Schwerpunkt des Projekts ist die Konzeption einer teilautonomen Fahrzeugsteuerung mit entsprechenden Antriebskomponenten. Hierfür sollen GPS-Daten und eine Umfeldsensorik zum Einsatz kommen. Dabei werden Aspekte wie Verkehrsregeln, Antriebsmanagement, Sicherheit, Orientierung, Flottenmanagement, Fahrzeugrückführung, Diebstahlschutz und Verbundbildung berücksichtigt. Gleichzeitig soll ein Informationssystem realisiert werden, das in erster Linie kontextbezogene, das heißt, jeweils in einer Situation relevante Informationen zur Verfügung stellt. Als zusätzliche Option soll die Steuerung des Fahrzeugs allein durch die Mimik der Insassen erprobt werden.

Da sich die geplanten Fahrzeuge in einem begrenzten Raum mit niedriger Geschwindigkeit bewegen, sind Batterien mit einer kleinen Kapazität für den Betrieb ausreichend, berichten die Experten der Uni Kassel. Das geringe Fahrzeuggewicht verspreche zusätzlich eine hohe Energieeffizienz. Die Vorteile des elektrischen Antriebs werden so genutzt, ohne dass die Defizite zum Tragen kommen. Aufbauend auf den Forschungsergebnissen des Projektes sollen Erkenntnisse für zukünftige Individual-Mobilität insbesondere in Großstädten gewonnen werden. HKK

E Am Projekt beteiligt sind:

Fachgebiet Fahrzeugsysteme und Grundlagen der Elektrotechnik

Fachgebiet Anlagen und Hochspannungstechnik

Fachgebiet Elektrische Energieversorgungssysteme

Fachgebiet Leichtbau-Konstruktion

Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik

E.ON Mitte AG

FINE Mobile GmbH

Ernst Hombach GmbH & Co. KG

Hymer Leichtmetallbau GmbH & Co. KG

Krebs und Aulich GmbH

Hella KGaA Hueck & Co

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.