Bezahlverfahren 3D-Secure soll Kreditkarteninhaber schützen – Kritik von Experten

Fragwürdige Sicherheit

Vorsicht beim Online-Einkauf: Das Bezahlverfahren 3D-Secure, dass Nutzern durch die Schriftzüge links im Bild angezeigt wird, soll den Einsatz von Kreditkarten sicherer machen. Doch Verbraucherschützer warnen vor zusätzlichen Risiken. Fotos: dpa

Düsseldorf. Ein neues Sicherheitssystem soll die Zahlung mit Kreditkarte im Internet sicherer machen. Doch Verbraucherschützer warnen vor Sicherheitslücken bei Nutzung von „3D-Secure“. Wir erklären, wie die Technik funktioniert und was Kunden beachten sollten.

? Wie funktioniert das Verfahren 3D-Secure?

!Zum Schluss des Bezahlvorgangs bei Einkäufen im Internet erscheint ein Extra-Fenster für die Eingabe einer persönlichen Geheimnummer. Dabei handelt es sich um einen Code oder ein Wort, das der Karteninhaber von seiner Bank zugewiesen bekommt – entweder direkt online beim ersten Bezahlvorgang mit 3D-Secure, oder im Voraus durch persönlichen Kontakt mit dem Bankberater.

Der neue Code muss dann bei allen Transaktionen mit der neuen Technik eingegeben werden, zusätzlich zu Adresse, Kreditkartennummer und Sicherheitsnummer, die sich auf der Kartenrückseite befindet.

?Warum wurde es eingeführt?

!Ziel des von Master- und Visa-Card eingeführten Verfahrens ist es, Kreditkartenmissbrauch im Internet zu reduzieren. In einigen europäischen Ländern ist es bereits seit Jahren im Einsatz. Nach Angaben der Unternehmen ist die Zahl der Internet-Betrugsfälle dort seitdem um 60 Prozent zurückgegangen.

?Wovor warnen Verbraucherschützer dann?

!Für Betrüger sei es relativ einfach, an den Sicherheitscode für das Verfahren zu kommen, sagt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dazu nutzen sie Spionageprogramme, die auf den Computer geschmuggelt werden.

Außerdem: Zur Anforderung des Codes werden lediglich Name, Geburtsdatum, Kreditkartennummer und Abrechnungskonto benötigt – den Verbraucherschützern sind Fälle bekannt, in denen Betrüger das Passwort ihrer Opfer selbst beantragt haben.

?Was passiert, wenn meine Kreditkarte nach dem Einsatz von 3D-Secure missbraucht wurde?

!Dann haftet nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Regel der Kunde für den Schaden. Das ist sogar ein Werbe-Argument der Kreditwirtschaft, mit dem Online-Händler zur Nutzung von 3-Secure animiert werden. So heißt es in einer Eigenwerbung im Internet: „Zahlungssicherheit: Karteninhaber können die Zahlung nicht mehr mit dem Argument zurückgeben, sie hätten die Transaktion nicht ausgeführt.“‘

? Wie kann ich mich vor Betrug schützen?

!Am Sichersten ist es, beim Internet-Einkauf per Nachnahme oder Rechnung zu bestellen, sagen die Experten. Nicht alle Online-Portale nutzen zudem die neue Technik – wer einen Blick auf die Informationen zu Zahlungsmethoden wirft, kann das System von vornherein meiden.

Allerdings haben einige Banken nach der Kritik der Verbraucherschützer nun doch signalisiert, für eventuelle Schäden der Kreditkartenbesitzer aufzukommen. Um sicherzugehen, sollten Kunden also bei ihrer Bank nachfragen, wie Schadensfälle durch 3D-Secure gehandhabt werden.

Von Sonja Broy

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