Cum-Ex 

Großrazzia im Frankfurter Bankenviertel - Steuerschaden in Millionenhöhe 

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Seit Donnerstagmorgen läuft im Bankenviertel in Frankfurt eine groß angelegte Razzia.

Seit Donnerstagmorgen läuft im Bankenviertel in Frankfurt eine groß angelegte Razzia. Es geht offenbar um Cum-Ex-Ermittlungen.

  • Im Bankenviertel in Frankfurt am Main ist es zu einer Razzia gekommen. 
  • Offenbar wurde die Großbank ABN Amro durchsucht. 
  • Dabei soll es um laufende Cum-Ex-Ermittlungen gehen. 

Update, 27.02.2020, 13.16 Uhr: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft sechs Beschuldigten der am Donnerstag durchsuchten Bank ABN Amro vor, 53,3 Millionen Euro Steuerschaden verursacht zu haben. Laut dem „Handelsblatt“ sind Beamte des Bundeskriminalamts, der Bundespolizei, der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft Köln im Einsatz. 

Erstmeldung, 27.02.2020, 11.47 Uhr: Im Bankenviertel in Frankfurt läuft seit Donnerstagmorgen (27.02.2020) eine groß angelegte Polizeirazzia. Die Frankfurter Polizei rückte mit mehreren Mannschaftswagen sowie zivilen Einsatzfahrzeugen am Vormittag gegen 09.50 Uhr vor deutschen Niederlassung der Großbank ABN Amro an. Die Behörde war aber zunächst nicht zu erreichen, auch die Bank äußerte sich zunächst nicht. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet.

Frankfurt: Razzia im Bankenviertel – Geht es um Cum-Ex-Ermittlungen? 

Die Eingänge des „Marienforums“ wurden von den Polizeibeamten im Zuge der Durchsuchung gesperrt. Fahnder in zivil sollen das Bankgebäude in Frankfurt betreten haben, so die „Tagesschau“. Die ABN Amro war als Rechtsnachfolgerin der Fortis Bank bereits im November Zielscheibe einer umfangreichen Cum-Ex-Razzia in Hessen, Bayern und den Niederlanden. Die damalige Aktion richtete sich nach früheren Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gegen sechs Beschuldigte im Alter von 50 bis 57 Jahren. 

Ihnen wurde vorgeworfen, mit Aktiengeschäften rund um den Dividendenstichtag in den Jahren 2008 und 2009 als Mittäter den Staat um etwa 53,3 Millionen Euro geprellt zu haben. Die Summe wurde bereits zurückgefordert und an die Staatskasse zurückgezahlt.

Frankfurt: Cum-Ex-Ermittlungen – Razzia im Bankenviertel 

Bei Cum-Ex-Geschäften nutzten Investoren eine Gesetzeslücke. Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit („cum“) und ohne („ex“) Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Am Ende war dem Fiskus nicht mehr klar, wem die Papiere gehörten. Finanzämter erstatteten Kapitalertragsteuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Dem Staat entstand ein Milliardenschaden. Fachleute beziffern den in Deutschland insgesamt entstandenen Schaden durch entgangene Steuereinnahmen auf zehn bis 32 Milliarden Euro. 2012 wurde das Steuerschlupfloch geschlossen.

Von Marvin Ziegele 

Wegen mutmaßlich betrügerischer Cum-Ex- und Cum-Cum-Praktiken muss Frankfurt viele Millionen Euro an Gewerbesteuer zurückzahlen. Die Linke spricht von einem Skandal. Die Börse Frankfurt ist die größte Wertpapierbörse in Deutschland. Auch international gehört sie zu den größten Börsen der Welt, wie fnp.de* berichtet. 

*fnp.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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