Frankreich behält vorerst Top-Rating bei Moody's

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Die US-Ratingagentur Moody's schließt sich dem negativen Frankreich-Urteil von Konkurrent Standard & Poor's vorerst nicht an.

Paris - Die US-Ratingagentur Moody's schließt sich dem negativen Frankreich-Urteil von Standard & Poor's vorerst nicht an. Das Prüfverfahren zur Kreditwürdigkeit werde fortgesetzt.

Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf einen Moody's-Bericht. Bis dahin behalte Frankreich die Top-Bonitätsnote „Aaa“.

Ursprünglich wollte die Ratingagentur die Mitte Oktober angekündigte Überprüfung des bislang stabilen Ausblicks innerhalb von drei Monaten abschließen. Nun werde die Entscheidung im Rahmen einer Evaluation aller Eurostaaten bis Ende März fallen, hieß es am Montag.

EFSM, EFSF oder ESM: Das bedeuten die Kürzel der Finanzkrise

EFSM: Wenn vom EFSF-Rettungsschirm die Rede ist, fällt manchmal auch diese Abkürzung. Der Krisenfonds setzt sich nämlich aus dem Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) und dem EFSF zusammen. © dpa
ESM: Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) wird der Nachfolger des EFSF-Fonds. Spätestens Mitte 2013 soll er den befristeten Rettungsschirm dauerhaft ablösen und 500 Milliarden Euro an Kredithilfen bereitstellen. © dpa
EZB: Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Hüterin der europäischen Währung. Daher ist die Notenbank an allen wichtigen Beschlüssen in der Schuldenkrise beteiligt. Oberstes Entscheidungsgremium ist der EZB-Rat. Ihm gehören die Chefs der 17 nationalen Notenbanken und ein sechsköpfiges Direktorium an, an dessen Spitze der EZB-Präsident. © dpa
IWF: Der Internationale Währungsfonds (IWF) spielt zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise eine wichtige Rolle. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Geldprobleme haben. Finanzhilfen sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. Bei allen Hilfsaktionen im Euroland, ob in Griechenland, Irland oder Portugal, war der IWF mit im Boot. © dpa
SPIV: Als Option zur Euro-Rettung gilt auch ein Special Purpose Investment Vehicle (SPIV). Bei der “Investment-Zweckgesellschaft“ würden öffentliches und privates Kapital zusammengeführt. Eine oder mehrere Zweckgesellschaften könnten zentral oder gesondert in einem Land errichtet werden, das Hilfen bekommt. Die Zweckgesellschaft soll die Finanzierung von Euro-Ländern erleichtern. Sie würde in Staatsanleihen eines Landes investieren. © dpa
Troika: Das Wort Troika ist eigentlich keine klassische Abkürzung. Es kommt aus dem Russischen und bedeutet “Dreiergespann“. In der Schuldenkrise werden damit aber verkürzt drei Expertengruppen bezeichnet - nämlich EZB, IWF und EU-Kommission. © dpa
G20: Die Gruppe der 20 (G20) bezeichnet die Top-Wirtschaftsmächte. Zwei Drittel der Weltbevölkerung werden durch sie repräsentiert, ihre Beschlüsse haben globalen Einfluss. Anfang November beraten ihre Mitglieder erneut über die Euro-Rettung. Der Zusammenschluss wurde 1999 als Reaktion auf die Finanzkrisen in Asien, Brasilien und Russland gebildet. © dpa
PSI: Die Politik will private Gläubiger wie Banken und Versicherungen stärker an der Griechenland-Rettung beteiligen. In Fachkreisen wird dabei stets von PSI (“Private Sector Involvement“, also Beteiligung des Privatsektors) gesprochen. Der Streit dreht sich darum, in welchem Ausmaß die Privaten auf Ansprüche gegen Griechenland verzichten. © dpa
CDS: Ein Schuldenschnitt ist auch deswegen so sehr umstritten, weil er Kreditausfallversicherungen (CDS oder “Credit Default Swaps“) auslösen könnte, sobald die Ratingagenturen für ein Land das Urteil “Zahlungsausfall“ (“Default“) ausrufen. Es gibt Experten, die befürchten, dass dann eine unkontrollierbare Kettenreaktion in Gang kommt, die etliche Kreditinstitute in den Abgrund reißen könnte. © dpa

Moody's großer Mitbewerber Standard & Poor's hatte Frankreich am vergangenen Freitag erstmals die Topnote entzogen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone hatte seit 1975 mit dem „Triple A“ werben können. Auch Moody's erklärte bereits im Oktober, die Finanzstärke Frankreichs sei durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geschwächt worden. In Bezug auf die Schuldensituation gehöre Frankreich mittlerweile zu den schwächsten von ihr mit „Aaa“ benoteten Ländern.

Am Montag lobte die Agentur nach Angaben von AFP die von der Regierung angestoßenen Maßnahmen zur Defizitreduzierung als „wichtig“ für einen weiter stabilen Ausblick. Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister François Baroin betonte, eine Investition in französische Schuldtitel stelle kein Risiko dar.

Vor Moody's und S&P hatte sich zuvor bereits die dritte große Ratingagentur Fitch geäußert. Ein Verlust der Spitzenbonitätsnote „AAA“ binnen Jahresfrist sei nicht zu erwarten, kommentierte sie am Dienstag vergangener Woche.

dpa

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