Land will bei Elektromobilität Weltmarktführer werden - Staat belohnt Autokauf mit Zuschuss

Frankreich auf der Überholspur

Frankreich will Weltmarktführer bei Elektroautos werden. Bis 2020 sollen laut Regierung zwei Millionen strombetriebene Fahrzeuge auf den französischen Straßen unterwegs sein, im Jahr 2025 sogar vier Mio. Die Förderung des wachstumsträchtigen Sektors ist dem französischen Staat rund 2,2 Milliarden Euro wert: Er bietet Käufern Prämien von 5000 Euro je Auto an und gibt Finanzspritzen für Forschung und Entwicklung in Infrastruktur, Batterien und Mobilitätskonzepte, für Ladestationen und den Bau eines Renault-Batteriewerks.

In fünf Jahren sollen eine Million Ladestationen entstehen, davon 90 Prozent in Privathäusern und Unternehmen, aber auch an Supermärkten und Tankstellen. Ab 2012 sind Elektroladesteckdosen in allen Neubauten Pflicht. Im Frühjahr gab eine Gruppe aus 20 staatlichen und privaten Firmen bei den heimischen Autobauern eine Großbestellung von 50 000 Elektroautos auf, um die Produktion anzuschieben. So wird der Staat selbst zum Großabnehmer, indem er Einrichtungen wie die Post, den Energiekonzern EdF, Air France sowie Städte und Gemeinden mit E-Wägen ausstattet. Renault und PSA Peugeot Citroën verpflichteten sich, in den kommenden beiden Jahren 60 000 Elektroautos auf den Markt zu bringen.

Eine Führungsrolle beansprucht Renault, das in der Allianz mit Nissan als erster vor allen anderen Konkurrenten Elektroautos in der Masse herstellen will. Zehn Prozent der Neuwagen weltweit sollen in zehn Jahren elektrisch fahren, so die Prognose – und man möchte einen großen Teil davon selbst bauen. 2013 will Renault weltweit 500 000 Elektroautos produzieren.

PSA Peugeot Citroën zieht mit seinen E-Modellen nach: Peugeot bietet den iOn auf Basis des Mitsubishi i-MiEV an, der für 499 Euro im Monat inklusive Wartungskosten und geleast werden kann. Citroën schickt den baugleichen C-Zero mit einem ähnlichen Angebot ins Rennen. Bis 2015 soll Mitsubishi 100 000 Elektroautos an Peugeot und Citroën liefern. Renault-Nissan startet demnächst den Verkauf des Leaf (Nissan), es folgen Elektro-Versionen der Stufenhecklimousine Fluence, des Kleintransporters Kangoo Rapid, des Kleinwagens Twizy und der kompakten Zoë.

Der Leaf wird für 30 000 Euro verkauft, der Zoë und der Kangoo für je 15 000 Euro. Allerdings kommt bei den Kangoo und Zoé noch eine Gebühr für das geleaste Akku-Paket von 72 Euro monatlich hinzu.

Auch Frankreichs Hauptstadt will sich als Vorreiter in der Elektromobilität profilieren: Nach dem Willen von Bürgermeister Bertrand Delanoë soll Paris im kommenden Jahr ein bislang einzigartiges Leihauto-System namens „Autolib‘“ mit strombetriebenen Kleinfahrzeugen einführen und so dem Ideal einer CO2-freien Stadt näherkommen – die es noch längst nicht ist. Derzeit allerdings machen sich die Elektroflitzer noch äußerst rar.

Von Birgit Holzer

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