Frauen holen auf dem Arbeitsmarkt auf

+
Noch nie waren in Deutschland so viele Frauen in Lohn und Brot wie heute. Auch mehr Ältere haben heute einen Job. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv

Berlin (dpa) - Die Arbeitswelt in Deutschland wird immer weiblicher. Mit 46 Prozent hielt 2013 nahezu jeden zweiten Arbeitsplatz eine Frau, das sind zehn Prozentpunkte mehr als 1995.

Nach den Zahlen, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, am Mittwoch vorlegte, verdrängen Frauen die Männer nicht, sondern sie kommen zusätzlich auf den Arbeitsmarkt.

Die Rekordzahl von 18 Millionen Frauen ist demnach erwerbstätig, rund drei Millionen mehr als 1995. "Frauen wollen weniger einer traditionellen Rolle entsprechen und stärker am Erwerbsleben teilnehmen", sagte DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke. "Das zieht sich durch alle Altersgruppen." Die Zahl der Männer in Lohn und Brot stieg seit 1995 von 22,4 auf 22,9 Millionen.

Frauen seien heute besser ausgebildet als früher, zudem wüchsen Berufsfelder wie Gesundheits- und Sozialwesen, Erziehung und Unterricht, in denen Frauen stark vertreten sind. "Das hat auch dazu beigetragen, dass das Erwerbspersonenpotenzial in den letzten zehn Jahren entgegen aller Prognosen kräftig, um zwei Millionen, gewachsen ist", sagte Brenke. Das federe die Probleme ab, die durch die Alterung der Gesellschaft entstehen.

Es bleiben aber Unterschiede: Knapp jede zweite Frau (45 Prozent) arbeitet Teilzeit. Im Schnitt kommen sie auf 30,1 Stunden pro Woche, Männer auf 39,5 Stunden - wobei der Teilzeit-Anteil der Männer in den vergangenen Jahren wuchs. Laut Bundesagentur für Arbeit ist nur ein Drittel der Selbstständigen weiblich, während Mini-Jobs überwiegend Frauen ausüben. Nach wie vor haben in Ostdeutschland mehr Frauen einen Job als im Westen, worauf die Bertelsmann-Stiftung kürzlich hinwies.

DIW-Pressemitteilungen

Arbeitsagentur zur Erwerbsquote

Bertelsmann-Studie

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.