Chance für Leiharbeiter

VW-Konzern beschließt Fünfjahresplan: Keine Kürzungen für Werk in Baunatal

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Der VW-Aufsichtsrat hat einen neuen Fünfjahresplan beschlossen: 84 Milliarden Euro sollen investiert werden. Am Werk Kassel in Baunatal sind 1,8 Milliarden vorgesehen. Laut Betriebsrat können dort 117 Leiharbeiter auf Festanstellungen hoffen

Baunatal. Gute Nachrichten für das VW-Werk Kassel in Baunatal: Bis 2018 fließen fast zwei Milliarden Euro nach Nordhessen. Insgesamt steckt Europas größter Autobauer in den kommenden fünf Jahren gut 84 Milliarden Euro in moderne Standorte und neue Technologien.

Gestern wurde dieser Plan vom VW-Aufsichtsrat beschlossen. In Baunatal sind wie schon zuvor berichtet, Investitionen von 1,8 Milliarden Euro bis 2018 vorgesehen. Das seien gute Nachrichten, sagte Carsten Bätzold Vorsitzender des Kasseler Betriebsrats. Der Standort brumme.

Investiert werden soll in neue Techniken und Technologien. Laut Bätzold handelt es sich dabei unter anderem um Doppelkupplungsbetriebe und Formhärten im Karosseriebau. Auch die Kapazitäten sollen erweitert werden.

Zuversichtlich ist der Betriebsrat auch bei der Übernahme von 117 Leiharbeitern, deren Verträge im Januar und Februar nach 36 Monaten endeten. „Es ist aber noch nichts entschieden“, sagte er. Bis Ende März laufen insgesamt über 200 Verträge von Leiharbeitern aus. Im Vorfeld der Aufsichtsratsitzung hatte der Konzern Kostendisziplin angemahnt und auf die Absatzkrise in Europa verwiesen.

Dem trägt die neue Etatplanung auch Rechnung. Die sogenannten Sachinvestitionen etwa in Anlagen und Gebäude liegen mit 63,4 Milliarden Euro im Jahresdurchschnitt eine Milliarde unter der im Vorjahr verabschiedeten Dreijahresplanung. „Das hat keine Auswirkungen für uns“, sagte Bätzold.

Einige Bauvorhaben sollen hinausgezögert werden. „Es wird manchmal ein bisschen wehtun, aber insgesamt glaube ich ist es der richtige Kurs“, sagte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn. Von Sparen könne bei der Gesamtsumme keine Rede sein. „Wir geben gezielt aus.“ VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh bemühte ein Bild zur Erklärung: „Wir sind ja kurz vor Weihnachten und nicht allen Marken werden ihre Wünsche sofort erfüllt. Aber es kommt ja noch einmal Weihnachten und dann wird man in der nächsten Planungsrunde sehen, wie man mit dem Thema umgeht.“ Winterkorn meinte: „Bei der Summe braucht sich keiner im Konzern beklagen.“

Inklusive China, wo VW mit Partnern unterwegs ist und die Ausgaben gemeinsam stemmt, steigt die Gesamtsumme sogar auf gut 102 Milliarden Euro an. Diesen Plan billigte der VW-Aufsichtsrat gestern in Wolfsburg bei seinen Etatberatungen.

Schon im März hatte sich VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn positiv über das Werk in Baunatal geäußert. „Die Kompetenz des Werkes ist hervorragend.“ Am Standort Baunatal arbeiten derzeit 16.000 Menschen, 2000 von ihnen als Leiharbeiter.

Von Max Holscher und Heiko Lossie

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