Für Lohnfortzahlung muss Neuerkrankung nachgewiesen werden

+
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz Attest, gibt an, wie lange ein Arbeitnehmer nicht arbeiten kann. Nach sechs Wochen übernimmt die Krankenkasse ein Teil der Lohnkosten, es sei denn, es tritt eine neue Krankheit auf. Foto: Arno Burgi

Köln (dpa/tmn) - Im Krankheitsfall zahlt der Arbeitgeber den Lohn weiter. Nach sechs Wochen springt die Krankenkasse ein. Kompliziert wird es bei einer weiteren Erkrankung. Hier muss exakt nachgewiesen werden, dass es keinen Zusammenhang zur Ersterkrankung gibt.

Bei Krankheit zahlen Arbeitgeber den Lohn in den ersten sechs Wochen weiter - danach springt die Krankenkasse ein. Das ist für den Arbeitnehmer häufig mit Einbußen verbunden. Legen sie nach sechs Wochen erneut ein Attest vor, können sie wieder Lohnfortzahlung bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um eine neue Erkrankung handelt, die in keinem Zusammenhang mit der vorherigen steht. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin. Sie bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgericht Köln (Az.: 7 SA 454/12).

In dem verhandelten Fall war ein Mitarbeiter vom 19. August bis 3. Oktober 2011 krankgeschrieben. Er erhielt die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und vom 1. bis zum 3. Oktober 2011 das Krankengeld von seiner Krankenkasse. Für den Zeitraum ab dem 4. Oktober 2011 legte er erneut ein Attest vor. Darauf hatte der Arzt "Erstbescheinigung" angekreuzt. Diagnostiziert hatte er eine Zucker- sowie eine Blutdruckerkrankung. Der Arbeitnehmer war der Ansicht, dass die Sechs-Wochen-Frist für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erneut beginnt. Der Arbeitgeber lehnte das ab.

Das Landesarbeitsgericht entschied, dass der Arbeitgeber nicht zahlen muss. Der Anspruch des Arbeitnehmers sei auf die Dauer von sechs Wochen beschränkt, wenn die Arbeitsunfähigkeit auf ein und derselben Erkrankung beruht. Der Arbeitgeber habe bestritten, dass ab dem 4. Oktober 2011 eine neue Ersterkrankung als alleinige Krankheitsursache aufgetreten ist. Der Arbeitnehmer sei verpflichtet, das nachzuweisen. Das konnte er aber nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.