Fusion von Kaufhof und Karstadt: Rund 20 Häuser in Hessen betroffen

Die Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof betrifft in Hessen die Mitarbeiter von rund 20 Kaufhäusern. Kaufhof hat nach eigenen Angaben zehn Standorte im Land, Karstadt hat laut eigener Website eine ähnliche Anzahl.

Ob Filialen schließen, ob Stellen gestrichen werden und ob beide Marken erhalten bleiben, ließen die beiden Unternehmen zunächst offen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen sowohl Karstadt als auch Galeria Kaufhof zunächst als Marken bestehen bleiben.

Die Gewerkschaft Verdi forderte die Eigentümer am Dienstag auf, die Arbeitnehmer rasch in die Planungen für die Zukunft des fusionierten Warenhauskonzerns einzubeziehen, und sprach sich für einen Erhalt der beiden Marken aus. "Beide Warenhäuser haben ihren Platz in Deutschland. Wenn das Konzept stimmt, können Doppelstandorte sogar eine Stärke sein", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

In manchen Innenstädten haben Karstadt und Kaufhof Filialen in unmittelbarer Nähe zueinander. An der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil etwa sind zwei Kaufhäuser nur wenige hundert Meter weit auseinander. Die Städte sähen den Zusammenschluss "nicht ohne Sorge", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy. Die Warenhäuser seien wichtige Arbeitgeber und Versorgungszentren vor Ort, sie unterstützten durch ihre Anziehungskraft auch den Einzelhandel in ihrem Umfeld.

Am Dienstag hatten die beiden großen Warenhausketten mitgeteilt, dass sie einen Fusionsvertrag unterschrieben haben. Der neue Einzelhandelsriese wird europaweit 243 Standorte haben und insgesamt rund 32.000 Mitarbeiter beschäftigen, wie der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson's Bay Company (HBC) mitteilten. Die zuständigen Kartellämter müssen allerdings noch zustimmen. (lhe)

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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