Neue Krankenkasse DAK Gesundheit soll 2012 starten – keine Änderung für Kunden

DAK und BKK fusionieren

Berlin/Hamburg Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und die BKK Gesundheit (BKK) wollen sich zusammenschließen. Das künftige Unternehmen soll unter dem Namen DAK Gesundheit firmieren, und zum 1. Januar 2012 in Hamburg an den Start gehen, bestätigte DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz. Dieser Fusion hat der DAK-Verwaltungsrat gestern zugestimmt. Zuvor hatten die BKK-Gremien den Plan abgesegnet.

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen sparen: zu teuer, zu wenig Leistung lautet die Kritik. Auch die künftige DAK Gesundheit setzt auf Synergieeffekte: 6,6 Millionen Mitglieder soll sie künftig haben und einen Haushalt von rund 20 Milliarden Euro. So aufgestellt will die dann drittgrößte Krankenkasse Deutschlands – nach Barmer GEK und Techniker Krankenkasse – ab 2015 rund 50 Millionen Euro einsparen, bestätigt DAK-Sprecher Bodanowitz.

Synergieeffekte versprechen sich die Versicherer, indem sie ihr Vertragsmanagement sowie ihre Versorgungsangebote bündeln und auf die neue GKV Standardsoftware iskv 21c umstellen. „Mitarbeiter sollen aufgrund der Fusion nicht entlassen werden“, bestätigten gestern beide Häuser. Auch für die Kunden beider Kassen entstehe durch die Fusion kein Aufwand. Alle Krankenversicherungskarten gelten weiter, alle Behandlungen können ohne Einschränkungen fortgesetzt werden.

Oberstes Gebot: Sparen

Dennoch muss gespart werden. „Auf Ebene der Einzelkasse reicht die Spanne der Deckungsquoten von 90,6 bis 124,8 Prozent“, zitierte das „Handelsblatt“ unlängst aus einem Gutachten des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung. Dies bedeutet: Es gibt Kassen, die rund ein Viertel mehr erhalten, als sie brauchen. Andere laufen ins Defizit, weil sie für ihre kranken Versicherten zu wenig Geld bekommen. Eigentlich sollte dies mit dem seit 2009 geltenden Einheitsbeitrag Geschichte sein.

Alle Häuser müssen ihre Beitragseinnahmen an den Gesundheitsfonds überweisen. Von dort erhalten sie pro Versichertem eine Pauschale plus Zuschläge, die nach Alter und Geschlecht gestaffelt sind. Ziel: Keine Nachteile für die Kasse, weil sie viele Kranke oder ärmere Versicherte hat. Doch dies funktioniert offensichtlich nicht. Somit dürfte es noch weitere Zusammenschlüsse geben. In diesem Jahr werden die Krankenkassen durch die steigende Beschäftigung einen Überschuss erzielen. Die Bundesbank prognostiziert „deutlich über drei Milliarden Euro“. 2012 wendet sich das Blatt: Die Zuweisungen aus dem Bundeshaushalt sinken. Dann dürfen es maximal 14 Mrd. Euro sein. In diesem Jahr sind es fast 15,5 Mrd. Euro.

Von Martina Wewetzer

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