Fußball-WM - "Big Deal" für deutsche Wirtschaft

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Die Fußball-Weltmeisterschaft lässt auch in der deutschen Wirtschaft die Kassen klingeln.

Johannesburg - Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika lässt nicht nur die Herzen der Fans höher schlagen. Auch die deutsche Wirtschaft profitiert von dem Sportereignis des Jahres.

Der Countdown für den Anstoß läuft. In zwei Monaten wird im Soccer City-Stadion von Johannesburg angepfiffen. Am 11. Juni tritt der Gastgeber mit seinem Team “Bafana Bafana“ gegen Mexiko an. Vom steigenden Fußballfieber am Kap konnte sich auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) überzeugen, der seit Freitag in Südafrika Station macht.

So wertvoll sind die 32 WM-Teilnehmer

Sehen Sie folgend eine Rangliste mit den Marktwerten der Kader aller 32 Teilnehmer der WM 2010 in Südafrika. Die Angaben basieren auf Recherchen von transfermarkt.de. Deutschland ist immerhin im vorderen Bereich vertreten. © dpa
Platz 32: Nordkorea. Gesamtwert: 10.750.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert pro Spieler: 0,43 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Chong Tese (Kawasaki Frontale, 2,5 Millionen Euro). © Getty
Platz 31: Neuseeland. Gesamtwert: 10.900.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 0,57 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Ryan Nelsen (Blackburn Rovers, 3,3 Millionen Euro). © Getty
Platz 30: USA. Gesamtwert: 28.175.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 1,22 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach, 4 Millionen Euro). © Getty
Platz 29: Südafrika. Gesamtwert: 36.675.000 Euro. Durschnittl. Marktwert: 1,30 Millionen Euro. © Getty
Teuerste Spieler: Steven Pienaar (FC Everton) ... © Getty
... und Benni McCarthy (Blackburn Rovers). © Getty
Platz 28: Honduras. Gesamtwert: 33.400.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 1,39 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Wilson Palacios (Tottenham Hotspur, 13,5 Millionen Euro).  © Getty
Platz 27: Australien. Gesamtwert: 33.200.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert 1,66 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Scott McDonald (Celtic Glasgow, 6 Millionen Euro). © Getty
Platz 26: Slowenien. Gesamtwert: 37.800.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 1,71 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Samir Handanovic (Udinese Calcio, 7 Millionen Euro). © Getty
Platz 25: Südkorea. Gesamtwert: 50.600.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert 1,94 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler Yi Sung Park (Manchester United, 12,5 Millionen Euro). © Getty
Platz 24: Algerien. Gesamtwert: 45.700.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 2,17 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Karim Ziani (VfL Wolfsburg, 6,5 Millionen Euro). © Getty
Platz 23: Paraguay. Gesamtwert: 57.725.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert 2,22 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Oscar Cardozo (Benfica Lissabon, 10 Millionen Euro). © Getty
Platrz 22: Slowakei. Gesamtwert: 65.050.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 2,5 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Marek Hamsik (SSC Neapel; 15,5 Millionen Euro) © Getty
Platz 21: Japan. Gesamtwert: 59.425.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 2,82 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Shunzuke Nakamura (Espanyol Barcelona, 7 Millionen Euro). © Getty
Platz 20: Chile. Gesamtwert: 71.150.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 3,23 Millionen Euro © Getty
Teuerste Spieler: Arturo Vidal (Bayer Leverkusen) und ... © Getty
... Rodrigo Tello (Besiktas Istanbul, je 7,5 Millionen Euro) © Getty
Platz 19: Dänemark. Gesamtwert: 89.500.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 3,31 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Daniel Agger (FC Liverpool, 12 Millionen Euro) © Getty
Platz 18: Ghana. Gesamtwert: 80.850.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 3,36 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Sulley Ali Muntari (Inter Mailand, 17 Millionen Euro) © Getty
Platz 17: Griechenland. Gesamtwert: 71.750.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 3,58 Millionen Euro. © Getty
Teuerste Spieler: Georgios Karagounis  ... © Getty
... und Sotiris Ninis (beide Panathinaikos Athen, je 7,5 Millionen Euro) © Getty
Platz 16: Mexiko. Gesamtwert: 79.600.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 3,79 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Rafael Marquez (FC Barcelona, 12 Millionen Euro). © Getty
Platz 15: Nigeria. Gesamtwert: 126.600.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 4,22 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Aiyegbeni Yakubu (FC Everton, 19,5 Millionen Euro) © Getty
Platz 14: Schweiz. Gesamtwert: 91.250.000 Euro. Durchschnittlicher Marktwert: 4,34 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Diego Benaglio (VfL Wolfsburg, 11,5 Millionen Euro). © Getty
Platz 13: Uruguay. Gesamtwert: 131.400.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 4,86 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Diego Forlan (Atletico Madrid, 30 Millionen Euro). © Getty
Platz 12: Kamerun. Gesamtwert: 143.150.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 5,50 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Samuel Eto'o (Inter Mailand, 40 Millionen Euro). © Getty
Platz 11: Serbien. Gesamtwert: 170.450.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 6,55 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Nemanja Vidic (Manchester United, 35 Millionen Euro). © Getty
Platz 10: Elfenbeinküste. Gesamtwert: 187.975.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 7,22 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Didier Drogba (FC Chelsea, 35 Millionen Euro). © Getty
Platz 9: Niederlande. Gesamtwert: 242.750.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 10,11 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Arjen Robben (FC Bayern München, 30 Millionen Euro). © Getty
Platz 8: Italien. Gesamtwert: 309.000.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 11,88 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Daniele de Rossi (AS Rom, 35 Millionen Euro). © Getty
Platz 7: Portugal. Gesamtwert: 274.350.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 11,92 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Cristiano Ronaldo (Real Madrid, 70 Millionen Euro) © Getty
Platz 6: Deutschland. Gesamtwert: 257.750.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 12,27 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Mario Gomez (FC Bayern München, 30 Millionen Euro). © Getty
Platz 5: England. Gesamtwert: 351.800.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 15,29 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Frank Lampard (FC Chelsea, 45 Millionen Euro). © Getty
Platz 4: Frankreich: Gesamtwert: 366.500.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 15,93 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Karim Benzema (Real Madrid, 35 Millionen Euro). © Getty
Platz 3: Brasilien. Gesamtwert: 418.250.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 17,42 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Kaka (Real Madrid, 60 Millionen Euro). © Getty
Platz 2: Argentinien. Gesamtwert: 299.600.000 Euro. Durchschnittl. Gesamtwert: 17,62 Millionen Euro. © Getty
Teuerster Spieler: Lionel Messi (FC Barcelona, 70 Millionen Euro). © Getty
Platz 1: Spanien. Gesamtwert: 542.500.000 Euro. Durchschnittl. Marktwert: 23,56 Millionen Euro. © Getty
Teuerste Spieler: Xavi und ... © Getty
... Andres Iniesta (beide FC Barcelona, je 50 Millionen Euro). © Getty

Das Mega-Ereignis lässt auch viele deutsche Unternehmer jubeln. Dicke Aufträge sorgen für zufriedene Gesichter. Von einem “Big Deal“ für die deutsche Wirtschaft spricht Heiko Schwiderowski, Afrika- Referatsleiter beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Insgesamt drei Milliarden Euro hat Südafrika nach seinen Angaben direkt für den WM-Spaß locker gemacht. Weitere 20 Milliarden Euro fließen in flankierende Investitionen. Vom Kuchen schneiden sich deutsche Firmen ein großes Stück ab. Auf 1,5 Milliarden Euro beziffert der DIHK-Experte ihr Auftragsvolumen rund um die WM. Damit würden 15 000 Arbeitsplätze bei deutschen Firmen gesichert. Über Konsortien seien zusätzlich viele der 700 vor Ort tätigen deutschen Firmen (geschätzter Jahresumsatz 20 Milliarden Euro) mit dabei.

Diese Belebung können die Wirtschaftsbeziehungen, die auch auf Westerwelles Gesprächsprogramm standen, durchaus vertragen. Laut Statistischem Bundesamt brach der gegenseitige Handel im Krisenjahr 2009 um 25 Prozent ein und umfasst nur noch 9,6 Milliarden Euro (5,9 Milliarden Exporte nach Südafrika, 3,7 Milliarden Importe). China hat Deutschland im letzten Jahr als wichtigsten Handelspartner der Kap- Republik abgelöst.

Fußball-WM: 22 Fakten zum Durchklicken

22 Fakten zum Durchklicken: Ein Jahr vor dem Anpfiff zur Fußball-WM
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird am Freitag, 11. Juni 2010 in Johannesburg angepfiffen. In 64 Spielen kämpfen 32 Mannschaften um den Titel. Das Finale am Sonntag, 11. Juli findet ebenfalls im Soccer City Stadion in Johannesburg statt. © dpa
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Ohne Holland fahren wir zur WM - das war einmal! Für das Turnier in Südafrika hat die „Elftal“ das Ticket bereits gelöst. © dpa
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Leopard Zakumi ist das offizielle Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. © dpa
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Die WM wird im kommenden Jahr zum 19. Mal ausgetragen. Bislang dürfen sich nur sieben Nationen „Weltmeister“ nennen: Brasilien, Italien, Deutschland, Argentinien, Frankreich, Uruguay und England.  © dpa
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Bei der WM im eigenen Land ging es für die Kicker aus Südkorea bis ins Halbfinale. Im kommenden Jahr sind sie wieder dabei. Das Team hat sich in der Asien-Gruppe qualifiziert. © dpa
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Im Greenpoint-Stadion von Kapstadt wird am Dienstag, 6. Juli 2010 eine der Halbfinalpartien angepfiffen. © dpa
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Das Objekt der Begierde: der Fifa-World-Cup. Der Pokal besteht aus 18-karätigem Gold und Malachitsteinen, er ist 36,8 cm hoch und wiegt 6,175 kg. Entworfen hat ihn der Italiener Silvio Gazzaniga.   © dpa
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Für das Turnier stehen rund drei Millionen Tickets zur Verfügung. 480.000 Tickets sind für Fans in Südafrika reserviert. © dpa
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Für die DFB-Elf wäre das Turnier in Südafrika die 17. WM-Teilnahme. Nur 1930 und 1950 waren die Adlerträger nicht mit von der Partie. © dpa
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Die Vorrundengruppen werden am Freitag, 4. Dezember 2009 in Kapstadt ausgelost. © dpa
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Australien feiert: In Südafrika ist die Nationalelf aus Down Under nach 1974 und 2006 zum dritten Mal bei einer WM-Endrunde dabei  © dpa
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Das zweite Halbfinale steht am Mittwoch, 7. Juli 2010 im neuen Stadion von Durban auf dem Plan. © dpa
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Das Emblem für das Turnier in Südafrika ist am 7. Juli 2006 in Berlin vorgestellt worden. Es zeigt einen Kicker beim Fallrückzieher. © dpa
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Erstmals wird eine Fußball-Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent ausgespielt. 46 der 64 WM-Spiele werden von ARD und ZDF live übertragen. © dpa
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Die WM 2010 wird in zehn Stadien in neun verschiedenen Städten ausgetragen. Wie hier in Berlin, soll es auch dort wieder Fan-Feste mit Public Viewing geben. © dpa
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Japan kann für die WM planen. Das Team hat sich schon vorzeitig qualifiziert.  © dpa
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Die Entscheidung für Südafrika als Austragungsort fiel am 15. Mai 2004 in Zürich. Mitbewerber waren Ägyten und Marokko. © dpa
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Südafrika ist als Gastgeber bereits für das Turnier qualifiziert und somit zum dritten Mal bei einer WM-Endrunde dabei. © dpa
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Das Soccer City Stadion in Johannesburg wird bei der WM 96.000 Zuschauern Platz bieten. Seine Form soll an einen traditionellen südafrikanischen Korb erinnern. © dpa
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Gespielt wird in den Städten Johannesburg, Durban, Kapstadt, Tshwane/Pretoria, Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth, Nelspruit, Mangaung/Bloemfontein, Polokwane und Rustenburg. © dpa
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Die Preise für die Eintrittskarten sind in vier Kategorien eingeteilt und reichen von 20 bis 900 Dollar. © dpa
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Das Investitionsvolumen des Gastgeberlandes für die Weltmeisterschaft beträgt rund 825 Millionen US-Dollar. © dpa

Als Aushängeschild für das direkte deutsche WM-Engagement gelten die vom Hamburger Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner konzipierten Stadionneubauten in Port Elizabeth, Kapstadt und Durban. Auch wichtige deutsche Zulieferer sind dabei. Der Spezialist Thiele Glas hat etwa 38 000 Quadratmeter emailliertes Verbundglas für das spektakuläre Dach der Green-Point-Arena in Kapstadt geliefert. Osram war bei der Lichttechnik für die Stadien führend beteiligt. Für den Transport der Fans bekamen MAN und Daimler den Zuschlag für rund 1000 neue Busse, ZF Friedrichshafen für die Ausrüstung von 700 weiteren Bussen mit umweltfreundlichem Antrieb.

Zum Zuge kamen auch kleine und mittelständische Unternehmen. Den größten Auftrag der Firmengeschichte zog Eschenbach Zeltbau aus Oberfranken an Land. Im Rahmen der WM werden 85 Zelte auf 90 000 Quadratmetern aufgebaut. Auch der Gastronomieausstatter BHS aus Selb spielt groß auf. Mehrere 100 000 Teile Porzellan, darunter die Premiummarke Tafelstern, wurden für die Verköstigung von Aktiven und Gästen nach Südafrika geliefert.

Zu den Projekten mit deutscher Beteiligung, die weit über die WM hinausreichen, gehört der Bau einer 80 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Johannesburg und Pretoria. Herrenknecht lieferte die Spezialbohrer und die Firma Paus die Untertage-Fahrzeuge. Hauptprofiteur im Bereich Ausbau der Energieversorgung ist Siemens mit einem Gesamtauftragsvolumen von einer Milliarde Euro. Dazu gehören der Bau von zwei neuen Kraftwerken in Kapstadt und Mossad Bay. Die Telekom-Tochter T-Systems stellt die komplette Informations- und Kommunikationstechnik für den Energieversorger Eskon und das Transportunternehmen Transnet bereit (Volumen deutlich im dreistelligen Millionenbereich).

Um ihre Sicherheit besorgte WM-Gäste mit dem nötigen Kleingeld können Luxus-Limousinen von BMW und Mercedes mit Spezialausrüstung anmieten, denen sogar ein Granaten-Volltreffer nichts anhaben soll. Auch für die deutsche Rüstungsbranche fielen WM-Gelder ab. Als Sicherheitsmaßnahme bestellte Südafrika bei Diehl in Nürnberg Luft- Luft-Lenkflugkörper vom Typ IRIS-T. Und um mögliche Anschläge von See her zu verhindern, sollen für die Dauer des Turniers drei Fregatten aus deutscher Produktion vor der Küste patrouillieren. Über den Ankauf dieser Schiffe im Rahmen eines Milliarden-Rüstungsgeschäfts laufen immer noch Untersuchungen, ob dabei Schmiergelder auch an südafrikanische Spitzenpolitiker geflossen sind.

dpa

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