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Galeria Karstadt Kaufhof beantragt Schutzschirm-Insolvenz: Vielen Filialen droht das Aus

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Von: Sarah Neumeyer

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Der Handelsriese Galeria Karstadt Kaufhof sucht erneut Rettung in einem Schuztschirmverfahren.
Der Handelsriese Galeria Karstadt Kaufhof sucht erneut Rettung in einem Schuztschirmverfahren. © Henning Kaiser/dpa

Galeria Karstadt Kaufhof kämpft seit Jahren ums Überleben. Nun droht das Aus für weitere Filialen.

Essen – Galeria Karstadt Kaufhof sucht erneut Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Das teilte ein Unternehmenssprecher am Montag (31. Oktober) in Essen mit. Für Deutschlands letzten großen Warenhauskonzern ist es das zweite Insolvenzverfahren innerhalb von weniger als zwei Jahren. Vielen Filialen droht nun das aus.

Das Filialnetz müsse im Zuge des Schutzschirmverfahrens „um mindestens ein Drittel reduziert werden“, sagte Galeria-Chef Miguel Müllenbach der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Betriebsbedingte Kündigungen seien unvermeidbar. Der Konzern betreibt mit 17.000 Mitarbeitern im Moment noch 131 Warenhäuser in 97 deutschen Städten. Über das Schutzschirmverfahren hatte auch die Wirtschaftswoche berichtet.

Galeria Karstadt Kaufhof: Betriebsbedingte Kündigungen unvermeidbar

Bereits während des ersten Corona-Lockdowns im April 2020 hatte Galeria Kaufhof Karstadt Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Das Insolvenzverfahren dauerte damals bis Ende September.

Damit verbunden waren harte Einschnitte: Die Schließung von rund 40 Filialen, der Abbau von rund 4000 Stellen und die Streichung von mehr zwei Milliarden Euro Schulden sollten dem Unternehmen einen Neustart ermöglichen. Doch die Hoffnung, dass der Konzern danach von vielen Altlasten befreit erfolgreich durchstarten könnte, erfüllte sich nicht.

Galeria Karstadt Kaufhof beantragt Schutzschirm-Insolvenz: Viele Filialen droht das Aus

Im Gegenteil: Anfang 2021 und Anfang 2022 musste der geschrumpfte Handelsriese angesichts der Pandemie um staatliche Unterstützung bitten. Insgesamt griff der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) dem Traditionsunternehmen in zwei Hilfsaktionen mit 680 Millionen Euro unter die Arme.

Schon in den vergangenen Tagen zeichnete sich ab, dass auch das nicht ausgereicht hat, dem Konzern die nötige Stabilität zu geben, um die durch den Ukraine-Krieg und die Inflation ausgelöste Konsumflaute zu überstehen. In einem Mitarbeiterbrief warnte Müllenbach vor wenigen Wochen, Galeria befinde sich aufgrund der explodierenden Energiepreise und der Konsumflaute „in bedrohlicher Lage“. Der Konzern brauche frisches Geld, um weitermachen zu können. Nach dpa-Informationen benötigte der Konzern mehr als 200 Millionen Euro.

Weitere Staatshilfen waren jedoch umstritten. Kritiker halten das Geschäftsmodell für überholt, bemängeln eine mit den Hilfen verbundene Wettbewerbsverzerrung oder sehen den Galeria-Eigentümer, den österreichischen Immobilienmilliardär René Benko, in der Pflicht. Befürworter von Staatshilfen verwiesen auf die große Bedeutung der Warenhäuser für die Attraktivität vieler Innenstädte. (sne/dpa)

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