Geburtenmangel: Kündigungsschutz schuld?

Hamburg - DGB-Chef Michael Sommer hat vor einer Ausweitung von Kurzzeit-Arbeit gewarnt und den Geburtenmangel auf Verschlechterungen beim Kündigungsschutz zurückgeführt.

Die Deutschen bekämen “auch deswegen so wenige Kinder, weil der soziale Schutz schlechter geworden ist“, sagte der Gewerkschafter dem “Hamburger Abendblatt“(Dienstagausgabe). “Wie kann man sich für die Gründung einer Familie entscheiden, wenn man nicht weiß, ob man in sechs Monaten noch Arbeit hat?“, sagte Sommer. Auch eine konservative Regierung müsse also ein Interesse daran haben, “Menschen Sicherheit zu geben und den Kündigungsschutz in Deutschland zu verbessern“.

Sommer warf der Bundesregierung zudem vor, mit ihren Plänen zu einer Erleichterung befristeter Arbeitsverhältnisse einer “Prekarisierung von Arbeit“ weiter Vorschub zu leisten. “Ich glaube nicht, dass eine Entrechtung von Menschen zusätzliche Arbeitsplätze bringt“, erklärte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Es sei außerordentlich wichtig, eine neue Balance zwischen Flexibilität und Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt zu finden: “Wir brauchen Respekt vor der Leistung von Menschen“, verlangte Sommer. Es sei “eine gesellschaftliche Perversion, wenn junge Leute kaum noch wissen, was ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ist“. Daher müsse Deutschland “zurückkehren zu einer Ordnung auf den Arbeitsmärkten“.

dapd

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