Gehaltsnachzahlung: Chef muss höhere Steuerbelastung ersetzen

+
Entsteht bei Gehaltsnachzahlungen eine höhere Steuerbelastung, müssen Angestellte dafür nicht unbedingt aufkommen. Foto: Arno Burgi

Chemnitz (dpa/tmn) - Wer Gehaltsnachzahlungen für Vorjahre bekommt, muss unter Umständen mit einer höheren Steuerbelastung rechnen. Den steuerlichen Nachteil müssen Arbeitnehmer aber nicht unbedingt hinnehmen.

Entsteht bei Gehaltsnachzahlungen eine höhere Steuerbelastung, müssen Angestellte dafür nicht immer aufkommen. Dies erklärt der Deutsche Anwaltverein. Er bezieht sich dabei auf eine Entscheidung des Sächsischen Landesarbeitsgerichts (Az.: 4 Ta 268/13).

In dem verhandelten Fall musste ein Arbeitgeber wegen eines Arbeitsrechtsstreits für 2010 und 2011 Gehalt nachzahlen. Er überwies den Betrag 2012. Aufgrund der Progression der Steuersätze musste der Arbeitnehmer über 6000 Euro zusätzliche Steuern zahlen. Diesen Betrag verlangte er als Steuerschaden vor dem Arbeitsgericht von seinem Arbeitgeber zurück.

Zu Recht. Ein Steuerschaden könne grundsätzlich auch vor Arbeitsgerichten geltend gemacht werden. Er entsteht, weil Arbeitsvergütungen grundsätzlich im Steuerjahr des Zuflusses versteuert werden müssen. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber die Arbeitsvergütung für frühere Jahre nachzahlt. Die einmalige Zahlung kann zu einer progressionsbedingten erhöhten Steuerbelastung führen. Auf ihr muss der Arbeitnehmer nicht sitzenbleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.