Die Firma zonzoo kauft über ihre Internet-Seite ausgemusterte Handys – Preise schwanken erheblich

Geld für die alten Mobiltelefone

Wohin damit? Millionen Althandys lagern in Deutschen Haushalten. Die Firma zonzoo will sie aufkaufen. Foto: nh

München. Schätzungsweise mehrere Millionen Althandys schlummern in den Schubladen deutscher Haushalte. Und viele davon sind noch intakt. Wer einen Mobilfunkvertrag hat, bekommt bei einer Verlängerung in der Regel alle zwei Jahre ein neues Gerät angeboten. Aber auch ohne Vertrag locken ganzjährig viele neue Modelle die Kunden. Wohin also mit den alten Handys?

Die Firma zonzoo hat aus dieser Frage ein Geschäft gemacht. Über ihre Internet-Seite bietet sie Privat- und Firmenkunden an, ihre alten Mobiltelefone zu kaufen. Die Geräte werden dann optisch und technisch wieder aufbereitet und in Schwellen- und Entwicklungsländern in Asien und Afrika verkauft.

Die zonzoo-Gruppe mit Sitz in München und nahe London hat derzeit 45 Mitarbeiter und ist seit 2001 am Markt. Tochterunternehmen sind in Belgien, den Niederlanden und Spanien aktiv. In diesem Jahr wurde das Geschäft auf Portugal und Österreich ausgeweitet, weitere europäische und arabische Länder werden folgen, sagt Unternehmenschef Colin Armstrong-Bell. Dieser Expansionsstrategie sei auch der sprachneutrale Name zonzoo geschuldet.

Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 18 Millionen Euro, soll dank der starken Ausweitung des Geschäfts aber auf bis zu 150 Mio. Euro steigen. Davon verbleiben dem Unternehmen 17,5 Prozent als Rendite. Neben dem schottischen Gründer Armstrong-Bell halten vier weitere Großaktionäre Anteile an zonzoo, elf Prozent der Aktien sind bei Kleinanlegern.

Zwischen zwei und 200 Euro bietet zonzoo für alte Handys, je nach aktuellem Marktwert des Modells. Selbst Geräte, die ein beschädigtes Display haben oder sich nicht mehr anschalten lassen, kauft die Firma an, allerdings nur zu 40 Prozent des Preises, den sie für ein intaktes Gerät zahlen würde. Fehlendes Zubehör wie ein Ladekabel ist kein Problem beim Verkauf. Handys mit Wasserschaden werden von zonzoo nicht gekauft, aber kostenlos entsorgt. Fünf Prozent des Kaufpreises spendet das Unternehmen für wohltätige Zwecke wie die Ruanda Stiftung.

Zwischenhändler in Asien

Die eingekauften Althandys werden von zonzoo meistbietend an Zwischenhändler überwiegend in Asien verkauft. Dort werden Kratzer entfernt, eine neue Software aufgespielt und passende Ladegeräte ergänzt. Anschließend gehen die Geräte deutlich unter ihrem europäischen Neupreis wieder in den Verkauf.

Im vergangenen Jahr hat zonzoo allein in Deutschland etwa 500 000 Handys eingekauft, doch die Zahl wächst beständig. Schon bald sollen auch Laptops, Digital-Kameras und I-Pods angekauft werden, sagt Armstrong-Bell.

Von Tilman Sanner

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