Hauseigentümer können vermutlich ab 2012 am Emissionshandel teilnehmen

Geld für die Dämmung

Alexander

Bebra. Für Hauseigentümer, die künftig ihre Eigenheime energetisch dämmen und eine neue Heizung einbauen, könnte sich eine neue Zuschussquelle auftun. Geht es nach den Plänen des hessischen Schornsteinfegerverbands, können Gebäudeeigentümer ihre durch Sanierung eingesparten CO2-Mengen bald zertifizieren lassen und so vom Emissionshandel profitieren.

„Nach dem gegenwärtigen Preis von 15 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2) würde ein Hausbesitzer etwa 150 Euro pro Jahr erhalten“, sagt Alexander Prinz, technischer Mitarbeiter im Verband.

Davon ginge noch eine Transaktionsgebühr von fünf bis sieben Prozent ab. Denn direkt verkaufen kann ein einzelner Hausbesitzer seine Zertifikate nicht. „Abnehmer wie etwa die Stromindustrie finden sich ab Mengen von 50 000 Tonnen“, sagt Prinz. Das entspräche einer Anzahl von 3000 bis 5000 Haushalten.

Deshalb sollen dem Projektentwurf zufolge die Zertifikate von einer noch zu schaffenden Einrichtung der Landesinnung gesammelt, verkauft, und die Erlöse an die Hausbesitzer ausgeschüttet werden. Nach der gegenwärtigen Emissionshandelsregelung würde der Betrag drei Jahren in Folge ausgezahlt.

Experten erwarten, dass der Preis pro Tonne CO2 in den nächsten Jahren steigen wird. „Ein Preis von 60 bis 70 Euro pro Tonne ist denkbar“, sagt Prinz. Das würde auch die Rendite der Gebäudeeigentümer erhöhen. Wahrscheinlich ist die Preissteigerung durch eine künftige Versteigerung der Emissionszertifikate. Bislang werden sie kostenfrei zugeteilt.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle des Umweltbundesamtes hat den Projektentwurf des hessischen Schornsteinfegerverbands befürwortet. Wird das fertig ausgearbeitete Projekt abgesegnet, können Hausbesitzer ab Anfang 2012 teilnehmen.

Erfolgreicher Testlauf

Bei einem Testlauf mit 197 Haushalten im November 2008 wurde in den sanierten hessischen Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern sowie Wohnblocks eine CO2-Reduktion von durchschnittlich 55 Prozent erreicht. Insgesamt wurden mehr als 2500 Tonnen CO2 eingespart,

Von Jan Baetz

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