Geldautomaten werden in der Nacht umgestellt

Berlin - Die Geldautomaten in Deutschland werden in der Nacht zum Samstag auf ein neues System umgestellt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert Bürger nun auf, die dann angezeigten Gebühren per Twitter zu melden.

Beim Abheben am Automaten einer fremden Bank erfährt der Kunde sofort die Gebühr und kann den Vorgang abbrechen, wenn sie ihm zu hoch ist. Außerdem fallen jene Gebühren weg, die sich die Banken bislang untereinander berechneten und die teilweise an die Kunden weitergereicht worden waren. Die Privatbanken wollen in Zukunft den Fremdkunden einheitlich 1,95 Euro berechnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte die Kunden auf, ihm zu twittern, wie hoch die Gebühren ab Samstag tatsächlich sind, um die “Preiswillkür“ zu beenden. Es sei zu erwarten, dass die Angaben an den Automaten sehr uneinheitlich erfolgen werden und dass es sogar zu unterschiedlichen Entgelten in ein und derselben Stadt kommen könne.

Die Branche steht unter dem Druck des Kartellamts, die Preise fürs Abheben bei einer fremden Bank zu senken. Vereinzelt hatten Institute früher 10 oder 15 Euro berechnet. Im Durchschnitt waren es 5,64 Euro. Die tatsächlichen Kosten für die Banken liegen Schätzungen des vzbv zufolge unter einem Euro. Aber einen Preis von 1,95 Euro lehnt der Marktführer, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), ab.

Verbraucher aufgepasst: Das ändert sich zum Jahreswechsel

KRANKENKASSE: Der Beitragssatz steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. Versicherte zahlen 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent. Zusatzbeiträge zahlt das Mitglied direkt an die Krankenkasse. Über die Höhe entscheidet jede einzelne Krankenkasse selbst. © dpa
STROM: Die meisten Anbieter erhöhen zum Jahreswechsel ihre Preise. Die steigende Strompreis-Umlage für erneuerbare Energien ist dafür ausschlaggebend. © dpa
BANKAUTOMATEN: Wer Geld an fremden Bankenautomaten abhebt, kann ab dem 15. Januar 2011 vor der Auszahlung sehen, wie viele Gebühren dafür anfallen. Sind sie zu hoch, kann man den Vorgang abbrechen. Und zwar ohne dass Kosten anfallen. © dpa
AUTO: Ab 2011 müssen alle Neuwagen serienmäßig mit speziellen Tagfahrleuchten ausgestattet sein. Sie schalten sich in den Scheinwerfern automatisch beim Starten des Motors ein. Die gute Nachricht: Nachrüsten muss niemand. © dpa
BENZIN: An den Tankstellen gibt es ab Januar 2011 eine neue Benzinsorte mit dem Namen E-10. Diese enthält einen deutlich höheren Anteil an Bio-Ethanol. © dpa
FÜHRERSCHEIN: Jugendliche mit Führerschein dürfen ab 1. Januar ab 17 Jahren Pkw und Lkw bis 3,5 t sowie Pkw mit Anhänger fahren. Aber Achtung: Das Fahren ist bis zum 18. Geburtstag nur in Begleitung eines erwachsenen Führerscheininhabers erlaubt. Der Beifahrer muss mindestens 30 Jahre alt sein und eine Reihe weiterer Voraussetzungen erfüllen. © dpa
LOHNSTEUERKARTE: Bis 2012 soll die elektronische Lohnsteuerkarte die Lohnsteuerkarte aus Papier ablösen. Daher gilt - in der Übergangsphase - die Lohnsteuerkarte 2010 auch für 2011. © dpa
ARBEITSAGENTUR: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung erhöht sich ab Januar von 2,8 Prozent auf 3,0 Prozent. © dpa
FAMILIEN: Für 2,4 Millionen Kinder aus Familien mit geringem Einkommen soll es ein Bildungspaket geben. Über Gesetz verhandelt derzeit der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Das Elterngeld bleibt erhalten. © dpa
BUNDESWEHR: Zum 3. Januar 2011 werden junge Männer letztmalig zum Wehrdienst einberufen. Ab 1. März 2011 verzichtet das Verteidigungsministerium darauf. Der Wehrdienst ist dann freiwillig. Am 15. Dezember hat das Bundeskabinett beschlossen, die Einberufung zum Wehrdienst auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Die Wehrpflicht soll aber im Grundgesetz erhalten bleiben. Ab 1. Juli 2011 ist ein freiwilliger Wehrdienst für Männer und Frauen geplant. © dpa
HARTZ IV: Nach der Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze sollen alleinstehende Erwachsene im Monat 5 Euro mehr erhalten. Über das entsprechende Gesetz verhandelt jedoch noch der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Kinder und Jugendliche sollen durch ein Bildungspaket unterstützt werden © dpa
Sie brauchen für 2011 noch eine gute Geldanlage - oder Sie suchen einen günstigen Kredit? In unserem großen Service-Rechner können Sie vergleichen, was die Banken zu bieten haben: Hier geht's zum Rechner © dpa

Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis hatte gesagt, es könne nicht sein, dass die Sparkassen-Kunden über ihre Konto-Gebühren den Kunden anderer Banken mit wenigen oder keinen Automaten das Netz finanzierten. “Das direkte und transparente Kundenentgelt führt zu einem verstärkten Wettbewerb, bei dem sich marktgerechte Preise bilden. Diesem Wettbewerb stellen sich die Sparkassen“, sagte Bernd Fieseler, Vorstandsmitglied des DSGV. Das Kartellamt beobachtet den Vorgang weiter.

Laut DSGV werden an den 25.700 Sparkassen-Geldautomaten rund 95 Prozent aller Abhebungen von den eigenen Kunden vorgenommen. Deren Zahl liege bei 45 Millionen. Der zweitgrößte Verbund ist der Volks- und Raiffeisenbanken mit 18.600 Automaten. In der Cash-Group sind Deutsche Bank, Norisbank, Postbank, Commerzbank, HypoVereinsbank, DAB-Bank und Berliner Bank zusammengefasst. Sie hat 9.000 Automaten. Der Cash-Pool umfasst Targo-Bank, Santander, SEB, Sparda-Banken, BB-Bank und Degussa-Bank und hat 2.500 Automaten.

Um die großen Unterschiede bei den Gebühren zu dokumentieren, rief der Verbraucherzentrale Bundesverband dazu auf, ihm per Twitter Kurznachrichten zu schicken, beispielsweise: #abgehoben: Geldinstitut Hintertupfing Tupfenhausen Tupfenhausenerstraße 5,60 Euro @vzbv. Dokumentiert werden sollen die Gebühren auf der Netzseite www.twitter.com/vzbv.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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