Geldwerter Vorteil beim Firmenwagen: Umstrittene Regelung

+
Bei einer Privatnutzung des Firmenwagens muss der geldwerte Vorteil versteuert werden. Die 1-Prozent-Regelung, die dabei zur Anwendung kommt, ist jedoch nicht immer plausibel. Foto: Andrea Warnecke

Ein Dienstwagen ist bequem - mitunter aber teurer, als er sein muss. Denn das Finanzamt setzt bei der Berechnung des geldwerten Vorteils immer den Neupreis an. Ob das in allen Fällen zulässig ist, ist allerdings juristisch umstritten.

Berlin (dpa/tmn) - Wer einen Firmenwagen auch privat nutzt, muss den geldwerten Vorteil versteuern. Dabei kommt entweder die Fahrtenbuchmethode oder die 1-Prozent-Regelung zur Anwendung.

"Die Anforderungen der Finanzämter an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch sind hoch, und das Führen eines Fahrtenbuchs ist sehr aufwendig", erläutert Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin. Nicht selten wird das Fahrtenbuch auch nicht anerkannt.

In diesen Fällen kommt für die Privatfahrten dann automatisch die 1-Prozent-Regelung zur Anwendung. Grundlage für die Berechnungen ist immer der Bruttolistenneupreis des Neuwagens. Strittig ist aber, ob dieser Ansatz auch gerechtfertigt ist, wenn das Fahrzeug gebraucht gekauft wurde. Ein entsprechendes Klageverfahren ist vor dem Bundesfinanzhof (BFH) anhängig (Az.: X R 28/15).

"Im Hinblick auf das anhängige Klageverfahren vor dem BFH sollten Steuerpflichtige, deren Firmenwagen gebraucht erworben wurde und der geldwerte Vorteil nicht nach dem Fahrtenbuch bemessen wird, Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen", rät Nöll. Mit dem Einspruch sollte zugleich der Antrag auf Ruhen des Verfahrens gestellt werden. Außerdem sollte beantragt werden, den geldwerten Vorteil nach der Höhe des Privatnutzungsanteils an den Gesamtkosten des Fahrzeugs zu bemessen. Selbst bei großzügigen Schätzungen hinsichtlich des Privatnutzungsanteils kommt man bei gebrauchten und bereits abgeschriebenen Fahrzeugen oft zu deutlich günstigeren Werten.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.