Wohnbaugesellschaft Genotech eG und drei Gebäude-Hersteller besiegeln Zusammenarbeit

Als Genosse ins Fertighaus

Kassel. Die Wohnbaugenossenschaft Genotec (Leinfelden-Echterdingen) und die drei Fertighaushersteller IBGHaus, Kern-Haus AG und Kampa GmbH arbeiten bei Vertrieb und Finanzierung künftig zusammen.

Mit ihrem am Dienstag in Kassel vorgestellten Projekt setzen die vier Unternehmen vor allem auf Hausbauer, die keine hohen Kredite aufnehmen wollen oder zögern, sich über lange Jahre an einen Wohnort zu binden. Mit zum Konzept gehört ein Katalog, der den Interessenten Hausmodelle der drei Hersteller ans Herz legt.

Wer mit dem Genotec-Modell ein Haus kaufen will, muss zunächst einen Genossenschaftsanteil von 10 000 bis 40 000 Euro zeichnen oder ansparen. Diese Summe ist sein Eigenkapital. Nach mindestens einem Jahr kann er eine Immobilie aussuchen. Den Kauf von Haus und Grundstück übernimmt die Genossenschaft. Zunächst zieht der Hauseigentümer in spe dort als Mieter ein. Die Jahresmiete bemisst sich nach dem Immobilienwert und bleibt die ganze Zeit festgeschrieben. Parallel dazu wird Geld mit einem Ansparplan gesammelt. Innerhalb von 25 Jahren kann der Mieter die Immobilie ab dem zweiten Jahr kaufen. Zieht er stattdessen aus, bekommt er das Geld aus dem Sparplan und den Genossenschaftsanteil zurück, letzteren unverzinst.

Das Konzept mit dem Namen „immer sicher wohnen“ kann der Finanzierung über eine Bank unterlegen sein, wenn diese ein niedriges Zinsniveau bietet. Auch reicht das Geld aus dem Ansparplan nicht aus, um die Immobilie abzulösen, wenn jährlich nur die Mindestsumme von 1,1 Prozent des Immobilienwerts eingezahlt wird, räumt Jens Meier, Entwickler des Projekts und Vorstand der Genotec Vertriebs AG, ein: „Wir empfehlen eine höhere Ansparsumme.“ Wie lange der Genotec-Genosse bis zur Zuteilung warten muss, ist nicht vertraglich garantiert. Rechnerisch kommt er meist spätestens nach 39 Monaten zum Zuge. Stockt der Zufluss an Mitgliedern aber, kann es auch länger dauern. Denn die Immobilien werden über Mitgliederanteile und Mieteinnahmen finanziert. Doch der Mieter brauche über 25 Jahre keine Mietsteigerung zu befürchten, führt Meier als Vorteil des Modells ins Feld. Für Josef Haas, Geschäftsführer der Kampa GmbH, ist vor allem die Mobilität das Verlockende an dem Genossenschaftsmodell: Das Risiko, eine Immobilie wegen eines Ortswechsels unter Wert verkaufen zu müssen, entfalle, weil sie das Genossenschaftshaus in der Mietphase zurückgeben können.

Mitte des Jahres zählte die 2002 gegründete Genossenschaft 5089 Mitglieder. 127 Projekte wurden nach ihren Angaben verwirklicht. www.genotec-eg.de

Von Barbara Will

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