Genussschein: Riskantes Wertpapier mit Gestaltungsfreiheit

+
Bei Genussscheinen hängt das Risiko vor allem von der Gewinnentwicklung des Unternehmens ab. Foto: Arne Dedert

Wer ein Vermögen aufbauen und fürs Alter vorsorgen möchte, kann sein Ziel mit Aktien-Käufen erreichen. Eine Variante davon sind sogenannte Genussscheine. Doch die Investition in diese Wertpapiere bringt klare Nachteile mit sich.

Stuttgart (dpa/tmn) - Genussscheine sind Wertpapiere, die je nach Ausgestaltung durch den Emittenten - also Herausgeber - entweder eher mit Aktien oder mit Anleihen vergleichbar sind.

"Die Anleger sind hier weder Eigentümer mit Stimmrecht noch Gläubiger mit festen Zinsansprüchen, für die zur Not auch die Eigentümer geradestehen müssten", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Der Nachteil: "Der Anleger haftet voll für die Verluste des Unternehmens, ohne über das Unternehmen selbst mitbestimmen zu können."

Genussscheine haben meist eine begrenzte Laufzeit - sie endet mit Ablauf der Frist, Kündigung oder durch Rückzahlung. Ihr Zins ist variabel. Häufig hängt er von der Entwicklung der Erträge des Unternehmens ab, dem man sein Geld zur Verfügung stellt. Das bedeutet: "Der Emittent muss unter Umständen nur zahlen, wenn er auch Gewinne macht", erklärt Nauhauser.

Genussscheine gelten bei Experten als riskanter als eine Anleihe, bei der man also einem Unternehmen Geld leiht. Aber sie sind in den meisten Fällen sicherer als eine Aktie, bei der man sich direkt an einem Unternehmen beteiligt.

Das ganz konkrete Risiko des Anlegers hängt aber vor allem von der Finanzkraft des Emittenten und der zukünftigen Gewinnentwicklung des Unternehmens ab. Aufgrund des Totalverlustrisikos warnt Nauhauser: "Genussscheine sind keine geeignete Geldanlage für Verbraucher, die Kapital aufbauen oder Altersvorsorge betreiben wollen."

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.