Geregelte Nachfolge bei DOS Software-Systeme

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Alles geregelt: Rolf Bilstein hat sich um die Nachfolge in seinem Unternehmen gekümmert.

Damit das Lebenswerk mit gleicher Philosophie weiterlebt: Rolf Bilstein hat seinen eigenen Arbeitsplatz wegrationalisiert. Zumindest sagt er das. In Wahrheit ist er immer noch sehr aktiv und sprüht vor Ideen. Doch wenn er von heute auf morgen ausscheiden müsste, wäre in seinem Unternehmen alles geregelt.

Rolf Bilstein ist der Gründer der Firma DOS Software-Systeme in Hann. Münden. Im Jahr 1987 startete er mit einem Auftrag der Volkswagen AG in Wolfsburg in die Selbständigkeit als Systemprogrammierer. Er erstellte Individualsoftware und bot Beratungs- und Servicedienstleistungen an. Das Geschäft florierte; er gewann weitere Kunden im medizinischen Sektor und stellte nach vier Jahren die ersten Mitarbeiter ein. Mitte der neunziger Jahre kamen jährlich zehn weitere Mitarbeiter hinzu und der Umsatz stieg kontinuierlich. Heute ist DOS Software-Systeme ein stabiler IT-Dienstleister mit Sitz in Hann. Münden und Wolfsburg. Mit 90 Mitarbeitern ist DOS in seiner Branche ein ungewöhnlich großes Unternehmen.

Nachfolge ist geregelt

Da Rolf Bilstein von Natur aus ein vorausschauender Mensch ist, hat der 60-Jährige seine Nachfolge schon längst geregelt. „Meine Firma, mein Lebenswerk, soll keine Eintagsfliege werden. Ich will sicher sein, dass sich DOS auch nach meinem Ausscheiden in meinem Sinne positiv weiterentwickelt und unter einer starken Führung weiterlebt,“ erklärt Bilstein sein Testament. „Solange ich noch hier bin, kann ich meine Philosophie weitergeben, damit das Unternehmen meine Handschrift behält,“ so Bilstein weiter.

Die Verantwortung hat er auf mehrere Schultern verteilt - auf Mitarbeiter mit denen er seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeitet. Vor sieben Jahren hat er in Wolfsburg Axel Köppen als zweiten Geschäftsführer eingesetzt. Der Firmensitz in Hann. Münden wird von Prokurist Roberto Heuser geleitet. Über die Buchhaltung wacht Prokuristin Evelyn Ronnfeldt. Schon immer hat Rolf Bilstein alle seine Mitarbeiter stark in die Verantwortung genommen und ihnen Selbstvertrauen geschenkt. Auch um ihren Arbeitsplatz zu sichern hat er vorgesorgt.

Nachfolger der zweiten Generation

Doch Bilstein hat noch viel weiter gedacht. Der Vater zweier erwachsener Söhne hat in seinem Firmentestament für die nächsten 30 Jahre Pläne geschmiedet. Sein Sohn Stefan hat Wirtschaftswissenschaften studiert und ist seit sieben Jahren im Unternehmen als Berater tätig. Er wächst langsam in seine künftige Rolle: er soll einmal die Nachfolge von Axel Köppen antreten. Seine Geschäftsanteile will Rolf Bilstein lebenslang behalten. Danach werden sie seine Söhne erben.

Rechtsbeistand für Testament

Den Ablauf der Erbfolge hat Rolf Bilstein selbst erdacht. Zur rechtlichen Fixierung des Testaments hat er die Hilfe eines Rechtsanwalts und eines Notars in Anspruch genommen. Auch die Hausbank wurde über die Langfristplanung in Kenntnis gesetzt. Dass alles geregelt ist, macht den künftigen Rentner zufrieden. Im Moment widmet er sich Projekten, die ihm Spaß machen. Der Arbeitskreis Wirtschaft der SPD Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt Hann. Münden hat ihn als Berater angefordert, um bei der Neuorganisation der städtischen Betriebe und der Wirtschaftsförderung mit fachlichem Rat zu helfen. Seine Erfahrung mit Geschäftsprozessberatung bei VW in Wolfsburg wiesen ihn als Experte aus. Ein Jahr möchte Bilstein noch aktiv weiterarbeiten, seine Philosophie weiter ins Unternehmen und zu den Mitarbeitern tragen. Dann fährt er sein Tagespensum herunter.

Von Juliane Hofmann

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