Gericht: Scheidungskosten weiterhin steuerlich absetzbar

+
Wer sich scheiden lässt, gibt oft viel Geld für den Anwalt und die Gerichtsgebühren aus. Laut dem Finanzgericht Köln dürfen solche Kosten weiterhin steuerlich abgesetzt werden. Foto: Patrick Pleul

Die Rechtsanwaltskosten bei einer Scheidung können teuer werden. Doch zuletzt wurden solche Belastungen nicht mehr steuerlich berücksichtigt. Zu Unrecht - wie das Finanzgericht Köln nun urteilte.

Köln (dpa) - Geschiedene Eheleute können die Kosten für ihre Scheidung auch weiterhin von der Steuer absetzen. Das hat das Finanzgericht Köln in einem Urteil entschieden (14 K 1861/15).

Das nach einer Änderung des Einkommensteuergesetzes geltende Verbot der steuerlichen Berücksichtigung von Prozesskosten gelte nicht für Scheidungsverfahren, entschied das Gericht.

In dem Fall hatte eine Frau für 2014 in ihrer Einkommensteuererklärung rund 2400 Euro Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren als Scheidungskosten geltend gemacht. Das Finanzamt lehnte die Berücksichtigung der Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen ab. Diese Entscheidung kassierte das Finanzgericht. Es ließ aber Revision zum Bundesfinanzhof zu.

Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren eines Scheidungsverfahrens fielen nicht unter den Begriff der Prozesskosten, entschied die Kammer. Dies ergebe sich sowohl aus der für Scheidungsverfahren geltenden Verfahrensordnung als auch aus der Entstehungsgeschichte der Neuregelung zum Abzugsverbot zu den Prozesskosten.

Urteil

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.