Konzern dementiert Übernahme-Absicht

Gerüchte beflügeln Rheinmetall

düsseldorf. Eine hervorragende Prognose und Übernahmegerüchte trieben am Donnerstag den Kurs der Rheinmetall-Aktie auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. In der Spitze legte das Papier um 4,86 Prozent zu, gab aber einen Teil der Gewinne wieder ab und schloss bei 65,14 Euro 3,89 Prozent im Plus.

Am Morgen hatten Marktgerüchte die Runde gemacht, der US-Rüstungsriese Northrop-Grumman wolle Rheinmetall übernehmen und biete 82 Euro je Aktie. Der Düsseldorfer Rüstungsproduzent und Autozulieferer, der auch ein Werk in Kassel betreibt, dementierte umgehend. „Es gibt keine Kontakte oder Gespräche mit Northrop“, sagte ein Sprecher. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass die Amerikaner Rheinmetall-Aktien in größerem Stil gekauft hätten.

Beobachter halten eine Übernahme durch den US-Wettbewerber ohnehin für unwahrscheinlich, da die Bundesregierung bei Rüstungsunternehmen ein Vetorecht bei Übernahmen hat und im Falle Rheinmetalls mit Sicherheit von diesem Gebrauch machen würde.

Hervorragende Prognose

Ungeachtet der Gerüchte nannte der Konzernvorstand auf einer Investorenkonferenz am Donnerstag neue Umsatzprognosen. So sollen die Verkaufserlöse in diesem Jahr auf 3,9 , 2012 auf 5,2 und 2013 auf 5,9 Milliarden Euro steigen. 2009 lag der Umsatz bei 3,4 Mrd. Euro, für 2010 liegen noch keine Zahlen vor.

Rheinmetall beschäftigt konzernweit gut 20 000 Mitarbeiter, davon fast 950 im Leitwerk für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in Kassel.

Northrop Grumman produziert mit rund 120 000 Mitarbeitern vor allem militärische Flugzeuge wie den Tarnkappenbomber B2 sowie Schiffe und Marinetechnik. 2009 setzte der Konzern rund 25,5 Mrd. Euro um und erzielte einen Reingewinn von knapp 1,3 Mrd. Euro. (jop)

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