Chaos im Schienenverkehr vorhersehbar

Gewerkschaft: Akuter Personalmangel bei Bahn

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Ein Bahn-Zugbegleiter.

Berlin - Bei der Deutschen Bahn herrscht nach Ansicht der wichtigsten Bahngewerkschaft massiver Personalmangel. Das aktuelle Chaos im Schienenverkehr in der Region Mainz sei daher vorhersehbar gewesen und kein Einzelfall.

Das sagte der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, der Zeitung "Die Welt" vom Freitag. Die Deutsche Bahn wies die Vorwürfe zurück, das Eisenbahnbundesamt ermittelt Medienberichten zufolge gegen den Konzern.

Die Bahn hatte am Donnerstag mitgeteilt, den Fahrplan für die Region um Mainz wegen akuten Personalmangels durch Krankmeldungen in der Urlaubszeit deutlich reduziert zu haben. Die Auswirkungen werden demnach Bahnkunden im gesamten Umland sowie Reisende auf einzelnen Fernverkehrsstrecken zu spüren bekommen.

Fahrkartenautomat der Bahn gesprengt

Anschlag Bahn-Automat
Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
Anschlag Bahn-Automat
Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
Anschlag Bahn-Automat
Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
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Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
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Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
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Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
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Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
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Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
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Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa
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Die bundesweite Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten der Bahn reißt nicht ab. Diesmal wurde ein Gerät am Bahnhof in Kirch Göns bei Gießen (Hessen) in die Luft gesprengt. © dpa

Bereits seit dem vergangenen Wochenende fallen regelmäßig Züge am Hauptbahnhof in Mainz aus, der Regionalverkehr läuft abends und nachts nur eingeschränkt. Vom Fernverkehr ist der Hauptbahnhof in dieser Zeit komplett abgeschnitten. Von Montag an sollen nun auch wochentags zu den Hauptverkehrszeiten viele Züge im Regionalverkehr ausfallen, wie die Bahn mitteilte. Zahlreiche Fernverkehrszüge würden außerdem umgeleitet.

"Die Vorgänge in Mainz sind nicht die ersten ihrer Art und schon gar kein Einzelfall", sagte Kirchner der "Welt". Zu den "chronisch unterbesetzten" Personalbereichen im Konzern gehörten die Fahrdienstleiter, die den Verkehr auf den Schienen in festgelegten Regionen regeln - und derzeit in Mainz fehlen.

Kirchner warf der Bahn vor, ein "grundsätzliches Problem" verharmlosen zu wollen. "Wenn die Bahn jetzt sagt, der Fall in Mainz habe mit Urlaub oder Krankenständen zu tun, dann sind das Ausreden", kritisierte der Gewerkschaftschef. Jahrelang sei Personal abgebaut und anschließend zu zögerlich neu eingestellt worden. "Nach unseren Schätzungen fehlen bundesweit gut 1000 Mitarbeiter im Bereich der Fahrdienstleiter. So viele zusätzliche Mitarbeiter wären nötig, um die aufgelaufenen rund eine Million Überstunden der Kollegen abzubauen", sagte Kirchner der "Welt".

So sieht der modernste Zug der Welt aus

Ab 2016 soll der neue ICx über die Schienen rollen. © Siemens
Der ICx soll um bis zu 30 Prozent weniger Energie verbrauchen. © Siemens
Viel schneller als seine Vorgänger wird der ICx nicht: Maximal 249 Stundenkilometer wird er schnell sein. © Siemens
Die neuen Sitze sollen mehr Freiraum bieten. © Siemens
Beim Verstellen des Sitzes klappt die Rückenlehne nicht mehr nach hinten, sondern sie bewegt sich innerhalb der Sitzschalenkontur. © Siemens
Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität verfügen die Züge über jeweils eine fahrzeuggebundene Einstiegshilfe und ein behindertengerechtes WC. © Siemens
So sieht es im neuen ICx aus. © Siemens
Dank seiner deutlich verbesserten aerodynamischen Form reduziert sich der Fahrwiderstand gegenüber den bisher eingesetzten ICE-Zügen deutlich. © Siemens
Durch eine leichtere Bauweise konnte außerdem das Gewicht bei einem 200 Meter langen Zug um rund 20 Tonnen reduziert werden. © Siemens

Das Eisenbahnbundesamt hat inzwischen "ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes der DB Netz AG gegen ihre Betriebspflicht eingeleitet", wie die Behörde der "Wirtschaftswoche" bestätigte. Der Konzern sei gesetzlich verpflichtet, seine Infrastruktur "in einem betriebssicheren Zustand" zu halten. Nun werde eine Stellungnahme erwartet, wie der sichere Regelbetrieb in Mainz unverzüglich wieder aufgenommen werden könne.

Die Bahn hielt den Vorwürfen entgegen, sie habe die Probleme "längst erkannt und steuert seit längerem um". In den vergangenen Jahren habe der Konzern bundesweit zehntausende neue Mitarbeiter eingestellt und ausgebildet, erklärte Personalvorstand Ulrich Weber, "darunter auch Fahrdienstleiter, Zugpersonal und Mitarbeiter im Bordservice". Weber verwies darauf, dass im Konzern aktuell 247 Fahrdienstleiter mehr als noch Ende 2012 tätig seien.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), bezichtigte die Bahn allerdings, einseitig auf Profit zu setzen. "Dieses Chaos zeigt erneut, dass der DB-Konzern auf Kosten der Fahrgäste spart", sagte er dem Portal "Handelsblatt Online". "Positive Geschäftsbilanzen" seien "offenbar wichtiger als Personalmangel, Zugausfälle, Verspätungen". Ausschussmitglied Steffen Bilger (CDU) sagte "Handelsblatt Online", er rechne fest damit, dass sich der Verkehrsausschuss nach der Bundestagswahl mit dem Thema beschäftigen werde.

AFP

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