Volkswagen startet mit Rekord, Toyotas Thron wankt

Gewinn verdreifacht

Die Rekordmacher: Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und sein Finanzchef Hans Dieter Pötsch (rechts). Foto: dpa

Wolfsburg. Volkswagen ist 2011 nicht zu stoppen: Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist von Januar bis März der Umsatz um 30,8 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro gestiegen. Mit 1,7 Mrd. Euro hat Europas größter Autobauer das Ergebnis nach Steuern mehr als verdreifacht und mit zwei Millionen Fahrzeugen knapp ein Fünftel mehr verkauft.

„Dem Volkswagen-Konzern ist ein guter Start gelungen“, kommentierte VW-Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch die Zahlen knapp. Getragen wurde das Ergebnis von der positiven Entwicklung der weltweiten Automärkte und der stetigen Verbesserung der Profitabilität des Konzerns.

Gewohnt vorsichtig fiel auch nach diesen guten Quartalszahlen der Ausblick von Martin Winterkorn aus: „Volkswagen setzt seinen Weg kraftvoll fort.“ Der Vorstandsvorsitzende erwartet nun, dass „die Umsatzerlöse und das Ergebnis 2011 die Vorjahreswerte übertreffen werden“.

Aktie macht Freudensprung

An der Börse reagierten die Händler äußerst positiv: „Das sind schon ziemlich gute Zahlen.“ Der Aktienkurs machte gestern einen Freudensprung – trotz der VW-typischen Zurückhaltung. Bis 17.30 Uhr stieg die Aktie um 4,81 Prozent auf 126,50 Euro.

Sollte Volkswagen sein jetziges Wachstumstempo beibehalten, dürften die Wolfsburger ihr selbst gestecktes Ziel – Toyota 2018 als größten Autobauer der Welt zu überrunden – in diesem Jahr erreichen. 2010 verkauften die Japaner 8,42 Millionen Fahrzeuge, General Motors (GM) setzte 8,39 Mio. ab und VW brachte 7,2 Mio. Pkw an den Kunden.

Das ehrgeizige Volkswagen-Ziel, über zehn Mio. Autos weltweit zu verkaufen, könnte der Konzern bei anhaltender Stärke bereits 2014 erreichen. Würde er jährlich nur um sechs Prozent wachsen, wäre die Marke bereits 2016 erreicht, meint NordLB-Autoanalyst Frank Schwope.

Während VW von Rekord zu Rekord eilt, wankt durch die Atom-Katastrophe Toyotas Thron in der Autoliga. Denn nach wie vor fehlen Teile, da es nicht allen Zulieferern gelingt, ihre Produktion hochzufahren. Zudem kämpft Toyota mit der Unlust der Japaner, sich Autos zu kaufen. Sie haben andere Probleme.

Somit fiel die Produktion von Toyota im März um ein Drittel auf 542 465 Fahrzeuge. Erst zum Jahresende rechnet der Konzern damit, dass die Produktion wieder auf normalem Niveau laufen werde. Analysten prophezeien daher, dass die Rangliste der Autokonzerne Ende des Jahres von GM angeführt wird, gefolgt von VW und Toyota.

Von Martina Wewetzer

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