Auch Europas größter Autobauer bekam Krise deutlich zu spüren - positiver Ausblick

Gewinneinbruch bei VW

WOLFSBURG. Die schwere Krise in der Autoindustrie hat im vergangenen Jahr auch bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen zu einem Gewinneinbruch geführt. Das Ergebnis nach Steuern sank von knapp 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr um fast 81 Prozent auf nur noch 911 Millionen Euro. Das teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit. Im Gegensatz zu anderen Autobauern schrieb VW aber keine roten Zahlen. Der Umsatz verringerte sich um 7,6 Prozent auf rund 105,2 Milliarden Euro.

Konzernchef Martin Winterkorn sagte, VW sei finanziell „sehr solide“ aufgestellt und wolle die Position auf den Weltmärkten weiterhin auszubauen. „Wir haben gute Gründe, das neue Jahr zuversichtlich anzugehen. Allerdings bleiben die Rahmenbedingungen weiterhin sehr schwierig.“ VW erwarte für das Jahr 2010 bei Umsatz und operativem Ergebnis höhere Werte als im Vorjahr.

2009 sank das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um fast 71 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen aber trotz des Gewinneinbruchs eine reduzierte Dividende von 1,60 (Vorjahr: 1,93) Euro je Stamm- und 1,66 (1,99) Euro je Vorzugsaktie erhalten.

Zwar hatte VW im vergangenen Jahr den Absatz gegen den Branchentrend gesteigert, und zwar um 0,6 Prozent auf 6,3 Milliarden Autos. Aber Europas größter Autobauer verkaufte auch mit Hilfe der Abwrackprämie vor allem kleine Autos, die generell geringere Gewinnmargen aufweisen. Belastend wirkte sich auch der bis Jahresende sehr starke Euro aus, der im Dollar-Raum die Gewinne schmelzen lässt. Zudem wirkten sich möglicherweise Abschreibungen auf die Beteiligung am schwedischen Lastwagenbauer Scania negativ aus. Dazu gab es an Freitag keine Angaben.

VW sieht dennoch seine wesentlichen Ziele für das Jahr 2009 erreicht. Auf wichtigen Märkten der Welt habe der Konzern Marktanteile dazugewonnen. Der Absatz soll 2010 gesteigert werden. Winterkorn sagte, der Konzern habe im vergangenen Jahr die schwierige Situation in der Autobranche erfolgreich gemeistert. „Dies ist ein Beweis der Stärke unseres Mehrmarken-Konzerns.“

Von José Pinto

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