Dax setzt Talfahrt fort

Frankfurt - Der Dax hat am Dienstag seine Talfahrt fortgesetzt und ist kurzzeitig erneut unter die psychologisch wichtige Marke von 5000 Punkte gefallen. Anschließend pendelte der Leitindex um diesen Wert.

Im späten Vormittagshandel sank er zuletzt um 1,22 Prozent auf 5010,45 Punkte.

Auslöser waren neuerliche Sorgen um die französischen Banken. Händlern zufolge wird befürchtet, dass den Banken für ihre Finanzierung die Tür zu den US-Kapitalmärkten zugeschlagen wird. Zudem gebe es Sorgen, dass China von Investitionen in Italien zurückscheuen könnte. Spekulationen auf der Grundlage eines “Financial Times“-Berichts hatten am Morgen die Märkte gestützt und den US-Börsen am Vorabend zu einer Schlussrallye verholfen.

Am Dienstag war die Unruhe aber weiter hoch: Der VDax-New, der die anhaltend hohe Nervosität an den Terminmärkten zeigt, signalisierte für den Dax eine Schwankungsbreite von mehr als 700 Punkten nach oben und unten für die kommenden 30 Tage.

Nach einem freundlichen Start, in dessen Verlauf der deutsche Leitindex noch bis auf 5160 Punkte gestiegen war, gab er im hochnervösen Handel zeitweise bis auf 4970 Punkte nach. Bereits tags zuvor hatte der Dax sein mehr als sechsprozentiges Minus aus der Vorwoche ausgeweitet und war erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder zeitweise unter 5000 Punkte gesackt. Der MDax sank am Dienstag um 1,09 Prozent auf 8213,27 Punkte. Der TecDax büßte 1,18 Prozent auf 675,08 Punkte ein.

Dass die US-Börsenrallye die Kurse nur kurzfristig würde stützen können, hatten Händler bereits erwartet. Die US-Aktien hatten von einem Bericht in der “Financial Times“ profitiert, dem zufolge sich Italien in Gesprächen mit chinesischen Investoren über den Ankauf von Staatsanleihen befindet. “Auch wenn das eine ermutigende Entwicklung ist, so heißt das realistisch betrachtet erst einmal gar nichts“, kommentierte Marktstratege Ben Potter von IG Markets, der allenfalls eine kurzfristige Erleichterung erwartet. Die “massiven Probleme“ der Eurozone ließen sich so nicht in den Griff bekommen, da sie struktureller Art seien: “Es wird Jahre brauchen, um sie zu lösen.“

Während in Frankreich vor allem die Aktien der BNP Paribas mit einem Minus von mehr als neun Prozent ihre kräftige Talfahrt vom Vortag fortsetzten und auch die der Société Générale weiter sanken, verloren die Commerzbank-Titel gut zweieinhalb Prozent.

dpa

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