Gläubiger sollen Weg für Karstadt-Verkauf frei machen

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Gläubiger sollen Weg für Karstadt-Verkauf frei machen.

Essen - Die Karstadt-Gläubiger treffen sich an diesem Montag zu einer letzten entscheidenden Versammlung, auf der sie den Weg für einen Verkauf der insolventen Warenhauskette frei machen sollen.

Erst mit ihrer Zustimmung zum vorgelegten Insolvenzplan kann der Einstieg eines Investors gelingen. Den will Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg noch in diesem Monat präsentieren. Mit sechs Interessenten werde derzeit “sehr intensiv“ gesprochen, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters vor der Veranstaltung, zu der sich die Gläubiger in der Essener Karstadt-Zentrale einfinden sollen. Nach dem Konzept von Görg soll die Warenhauskette mit 120 Filialen und 26 000 Beschäftigten nur als Ganzes verkauft werden.

Kritiker sehen dies als problematisch an und verweisen darauf, dass Görg schon mit ähnlichen Plänen beim untergegangenen Versandkonzern Quelle gescheitert sei. Von den rund 35 000 Karstadt-Gläubigern, die zusammen rund 2,7 Milliarden Euro an Forderungen angemeldet haben, dürften nach Einschätzung von Beobachtern in Essen nur etwa 800 bis 1000 tatsächlich erscheinen. Viel Geld haben die einzelnen Gläubiger dabei ohnehin nicht zu erwarten. Der Insolvenzverwalter rechnet damit, dass zunächst nur rund drei Prozent der Forderungen erfüllt werden können.

Da nach seiner Einschätzung das Gericht nur Forderungen in Höhe von rund 2 Milliarden Euro anerkennen wird, hat er dafür rund 60 Millionen Euro zurückgestellt. Auf weitere Zahlungen können die Gläubiger vor allem aus den Erlösen eines Verkaufs der Warenhauskette hoffen. Die Chancen für den von Görg angestrebten Verkauf der Kette als Ganzes werden von Beobachtern dabei kritisch gesehen. Falls dies bis zum Monatsende nicht gelingt, droht eine Zerschlagung der traditionsreichen Warenhauskette. Für einzelne Filetstücke unter den Karstadt-Häusern gibt es schon Interessenten: Metro-Chef Eckhard Cordes hat bereits den Plan ins Spiel gebracht, einen Teil der Karstadt-Filialen mit der selbst zum Verkauf stehenden Metro-Tochter Kaufhof zu verschmelzen. Bislang war er dabei mit seinen Vorschlägen beim Insolvenzverwalter nicht angekommen.

dpa

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