Autohandelsgruppe will weiter zukaufen - erwarteter Absatzeinbruch bleibt 2010 aus

Glinicke hält Ausschau

Foto mit Löwe: Firmengründer Hans Glinicke (links) ließ sich 1953 mit Graf Vitzthum vom Volkswagen-Konzern und einem kleinen Löwen ablichten. Das Foto entstand in der Nähe des Rasthofs Kassel, dessen damaliger Betreiber das exotische Tier hielt. Foto: nh

Kassel. Die Kasseler Autohandelsgruppe Glinicke präsentiert sich im 80. Jahr ihres Bestehens in sehr guter Verfassung und denkt über weitere Übernahmen nach. „Wenn sich in unseren Vertriebsgebieten gute Gelegenheiten ergeben, kaufen wir zu“, sagte der Mitgesellschafter der Glinicke Holding GmbH, Peter Glinicke. Wann und wo ließ der Seniorchef der Gruppe offen, deutete aber an, dass man geeignete Übernahmekandidaten im Blick habe.

Geschäfte laufen gut

Die Glinicke-Geschäfte laufen entgegen den schlimmsten Befürchtungen der Branche aus dem vergangenen Jahr gut. Juniorchef Frank-Florian Glinicke zeigte sich mit den Zahlen von 2009 und dem bisherigen Verlauf des Jahres 2010 „sehr zufrieden“. Dank der Abwrackprämie verkaufte die Glinicke-Gruppe 2009 in ihren 16 Häusern in Nordhessen, Thüringen und Ostwestfalen 10 500 Neuwagen und damit fast 900 mehr als im Vorjahr. Bei den Gebrauchten ging der Absatz allerdings um knapp 400 auf 9350 zurück. Der Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 365 Millionen Euro. Die Ertragslage bezeichnete Glinicke als „sehr zufriedenstellend“. Konkrete Zahlen nennt das Familienunternehmen traditionell nicht.

Der ursprünglich für dieses Jahr erwartete Absatzeinbruch von bis zu 25 Prozent wird aller Voraussicht nach ausbleiben. Nach erstaunlich robusten Zahlen für die ersten fünf Monate 2010 geht Frank-Florian Glinicke mittlerweile von einem Absatz von bis zu 9500 neuen und etwa 9300 gebrauchten Autos aus, was unterm Strich ein Minus von etwa sechs Prozent wäre. Dass sich dies negativ auf den Umsatz auswirkt, ist noch nicht ausgemacht, weil derzeit teure Luxusfahrzeuge wie etwa Porsche und Jaguar stark nachgefragt werden. 2009 war das Geschäft mit diesen Marken und auch mit anderen Premium-Autos massiv eingebrochen.

Hauptmarke der Glinicke-Gruppe ist Volkswagen. Daneben werden auch Porsche, Audi, Skoda, VW Nutzfahrzeuge, Peugeot, Jaguar, Land Rover und Hyundai vertrieben. Das Unternehmen beschäftigt 827 Mitarbeiter, davon fast die Hälfte in den sieben Autohäusern in Nordhessen.

Die Geschäftsentwicklung der einzelnen Marken verläuft allerdings unterschiedlich. Während es bei Porsche wieder gut und bei Jaguar sogar sehr gut läuft, Volkswagen über Plan liegt und Audi stabile Umsätze beisteuert, hinken VW Nutzfahrzeuge und Peugeot nach Firmenangaben den Erwartungen etwas hinterher.

Zuversichtlich für die Zukunft stimmt das Management auch, dass der Service-Bereich 2009 gegen den Markt gewachsen ist. „Das bestärkt uns in unseren Bemühungen den Markt weiter intensiv zu bearbeiten und die Kundenbetreuung zu verbessern“, sagte Frank-Florian Glinicke. Der 38-Jährige steuert als Mitgesellschafter der Glinicke Management GmbH gemeinsam mit seinem Vater die Gruppe.

Seniorchef Peter Glinicke kündigte an, sich in den nächsten Jahren schrittweise aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Bis dahin will sich der 77-Jährige weiter um die strategische Ausrichtung der Gruppe kümmern.

Von José Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.