In Nordfrankreich

Arbeiter nehmen Goodyear-Chefs als Geiseln

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Knapp 1200 Mitarbeiter sollen in Amiens ihren Job verlieren

Amiens - 2012 hat Goodyear die Schließung seines Standorts Amiens-Nord angekündigt. Weil die Arbeiter unzufrieden mit ihren Abfindungen sind, haben sie nun Führungskräfte als Geiseln genommen.

In einem französischen Reifenwerk des US-Konzerns Goodyear werden seit Montag zwei Führungskräfte von Arbeitern als Geiseln gehalten. Die an der Aktion beteiligten Mitarbeiter fordern vom Management unter anderem höhere Abfindungen. Goodyear hatte bereits im vergangenen Januar die Schließung des Standorts Amiens-Nord mit rund 1200 Mitarbeitern angekündigt. Als Grund nannte die Unternehmensführung damals geplatzte Verhandlungen mit den Gewerkschaften über Sanierungspläne, die sich über mehrere Jahre hingezogen hatten.

Das Goodyear-Management forderte am Dienstag eine sofortige Freilassung der Führungskräfte. Vorher werde es keine neuen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern geben, hieß es. Der französische Unternehmerverband Medef bezeichnete die Geiselnahme als „vollkommen inakzeptabel“ und „vorsintflutliche Praktik“.

Bei den festgehaltenen Führungskräften handelt es sich um den Produktionsleiter und den Personalchef des Standorts in Nordfrankreich. Ihnen soll es den Umständen entsprechend gut gehen. In Frankreich kommt es immer wieder zu militanten Aktionen von Arbeitnehmern. Wirtschaftsvertreter und etliche Politiker werten sie als höchst schädlich für das Image des Industriestandorts Frankreich.

dpa

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