Google-Gründer Page nimmt sein Lebenswerk selbst in die Hand

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ARCHIV - Die Gründer der Internet-Suchmaschine Google Sergey Brin (r) und Larry Page (Archivfoto vom 07.07.2005)

New York - Bei Google beginnt an diesem Montag eine neue Ära: Mitgründer Larry Page übernimmt als Chef die Zügel der Macht. Er hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt.

Der Internet-Riese mit seinen rund 25 000 Mitarbeitern soll wieder wendiger werden und mehr wie das kleine Start-Up-Unternehmen agieren, das Google einst war. Wenn der 38-Jährige Page die Verantwortung für sein Lebenswerk übernimmt, muss er sich einer Menge Probleme stellen. Google verteilt seine Kräfte auf unüberschaubar viele Bereiche, neue Rivalen wie Facebook bohren sich in das Geschäft mit Online-Werbung. Wettbewerbshütern ist die Marktmacht der dominierenden Internet-Suchmaschine ein Dorn im Auge, Politiker geißeln den Konzern gern als "Datenkrake".

Das sind die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Voice of Germany
Platz 10: Suchbegriff "Voice of Germany" © dpa
Kate Middelton
Platz 9: Suchbegriff "Kate Middelton" © AP Images
Whitney Houston
Platz 8: Suchbegriff "Whitney Houston" © AP
iPad 3
Platz 7: Suchbegriff "iPad 3" © dpa
Bettina Wulff
Platz 6: Suchbegriff "Bettina Wulff" © dpa
Samsung Galaxy S3
Platz 5: Suchbegriff "Samsung Galaxy S3" © dpa
Felix Baumgartner
Platz 4: Suchbegriff "Felix Baumgartner" © dpa
Olympia 2012
Platz 3: Suchbegriff "Olympia 2012" © AP
Dirk Bach
Platz 2: Suchbegriff "Dirk Bach" © dpa
EM 2012
Platz 1: Suchbegriff "EM 2012" © dpa

Vor zehn Jahren war Page schon einmal Google-Chef. Doch er und sein Mitgründer Sergey Brin - der sich künftig vor allem um neue Produkte kümmern soll - waren damals in den Augen ihrer Investoren nur zwei Endzwanziger mit einer Zauberformel, die das Internet ordnete, und mussten sich einen "richtigen" Firmenchef suchen. Ihr Wunschkandidat nach einer Serie von Treffen: Apple-Gründer Steve Jobs. Schließlich entschieden sie sich für den Software-Manager Eric Schmidt, mit dem Google zu einer Milliarden-Maschine wurde. "Tägliche Aufsicht durch Erwachsene nicht mehr nötig!", twitterte Schmidt Ende Januar zur Ankündigung des Chefwechsels.

Erste Akzente setzte Page bereits in den vergangenen Wochen. So habe er Führungskräfte überzeugt, jeden Nachmittag gemeinsam in einem öffentlichen Bereich auf dem kalifornischen Firmengelände von Google zu arbeiten, damit Beschäftigte sie direkt ansprechen können, berichtete das "Wall Street Journal".

Produkt- und Software-Manager forderte er demnach per E-Mail auf, ihm in maximal 60 Wörtern zu erklären, woran sie gerade arbeiten. Insider gingen davon aus, dass Page mehr Struktur in die vielen Projekte bringen wolle, die in Google herumwuchern, manche schließen, manche zurückstufen.

Denn Google ist heute in vielen Bereichen aktiv, von Bürosoftware über den bisher nur wenig erfolgreichen Vorstoß ins Wohnzimmer mit dem Fernsehdienst Google TV bis hin zur Entwicklung selbstfahrender Roboter-Autos. Mit Chrome OS will Google ein neuartiges Computer-Betriebssystem etablieren, mit der Smartphone-Plattform Android dürfte der Konzern schon bald zur führenden Kraft im Mobilfunkmarkt werden. Seine Milliarden verdient Google aber nach wie vor hauptsächlich mit der Online-Werbung, vor allem den kleinen Anzeigen, die neben Sucherergebnissen eingeblendet werden.

So funktioniert Google Street View

Google Street View
Bei Google-Maps (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken) den Ort oder die Sehenswürdigkeit eingeben, die Sie anschauen wollen. Beispielsweise den Eiffelturm in Paris: "Tour Eiffel, Paris". Der Standort des Eiffel-Turms wird auf Google-Map angezeigt. Das gelbe Männchen, links oben auf der Zoom-leiste (auf dem Screenshot:rot umrahmt) ist das Steetview-Männchen. Klicken Sie nun mit der linken Maustaste auf das gelbe Street-View-Männchen. Ziehen sie das gelbe Männchen mit der Maustaste auf die Stelle auf der Karte, von der Sie Ihren Street-View-Rundgang starten wollen. © Google
Google Street View
Nun öffnet sich ein neues Fenster (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken)mit der Street-View-Ansicht und einem Foto vom Eiffel-Turm. Rechts unten ist in einer Karte der genaue Standort des gelben Männchen angezeigt, von dem aus diese Fotografie aufgenommen wurde. © Google
Google Street View
Um nun die Perspektive zum Eiffel-Turm zu ändern und andere Fotos zu sehen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist, mit der Maus über das Foto zu fahren. Dabei zeigen sich verschiedene Punkte. Diese sind mit weiteren Fotos vom Eiffel-Turm verlinkt: Dadurch kommt man - je nach geklickten Punkt- näher oder höher an den Eiffelturm. Jeder Punkt steht für eine andere Perspektive. Drückt man die Pfeile unten am Bild kann man sich aus dem Bild heraus- und hineinzoomen. © Google
Google Street View
Der Betrachter rückt näher an den Eiffelturm mit dem Pfeil nach oben (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken), mit dem Pfeil nach unten, rückt der Betrachter in die Ferne © Google
Google Street View
Eine weitere Möglichkeit, um den Eiffel-Turm zu spazieren ist, das gelbe Männchen auf der eingeblendeten Karte rechts unten zu bewegen. Mit einem Klick auf die linke Mausteste, lässt sich das gelbe Männchen auf eine andere Stelle auf der Karte verschieben. Wenn man das gelbe Männchen hin und herschiebt, zeigen sich überall blaue Punkte: Diese zeigen andere Standpunkte mit Ausblick auf den Eiffel-Turm an. © Google
Hat der Betrachter genug vom Eiffel-Turm gesehen, kann er auch eine virtuelle (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken) Fahrt über die Straßen von Paris machen. Beispielsweise durch die berühmte Champs-Elysess. Dazu das gelbe Männchen auf eine Straße ziehen. Dann mit der Maus über das Foto fahren. Dadurch zeigen sich zwei Pfeile. Mit diesen kann man die Straße vor und zurückfahren. Links Oben ist ein weitere Navigationsbutton. Mit diesem kann man das Bild in alle Himmelsrichtungen und sich um seine eigene Achse drehen. © 

Und gerade im lebenswichtigen Kerngeschäft Internet-Suche wachsen die Gefahren. Google ist zwar weiterhin die unangefochtene Nummer eins unter den Suchmaschinen. Doch gerade diese Stärke nutzte der Erzrivale Microsoft jüngst, um den Druck bei EU-Wettbewerbshütern zu verstärken, pünktlich als "Antrittsgeschenk" für Page. Zudem droht das Online-Netzwerk Facebook mit seinen 600 Millionen Mitgliedern, auch das Suchverhalten der Nutzer zu verändern: Empfehlungen der Freunde und Bekannten zählen oft mehr als die Treffer, die ein Algorithmus ausspuckt. Vor ein paar Tagen startete Google einen neuen Versuch, diese "soziale Suche" in den Griff zu bekommen, mit dem "+1"-Knopf, einer eigenen Antwort auf Facebooks "Gefällt mir!".

Eigentlich ändere sich ja nicht so viel, hatten Page, Brin und Schmidt das Stühlerücken heruntergespielt. Schmidt bleibe schließlich als Verwaltungsratschef an Bord, und strategische Entscheidungen würden sie wie bisher zu dritt treffen. Doch Page ist nun der Chef. Und auch der zweite Gründer Brin tritt in die zweite Reihe und will sich künftig vor allem um Spezialprojekte kümmern. Die "Führungstroika" aus Page, Brin und Schmidt sei nicht dynamisch genug gewesen, um schnell auf die Herausforderungen zu reagieren, hieß es zur Ankündigung des Chefwechsels.

"Schmidt war der Prinzregent, der solange regiert, bis der junge König in den Thron einnehmen kann", meinte damals der amerikanische Journalismus-Professor und Google-Experte Jeff Jarvis. "Wir wussten, dass dies passieren wird. Wir hatten es nur vergessen."

Von Andrej Sokolow, dpa

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