Marktmissbrauch

Google muss in Russland Millionenstrafe zahlen

Moskau - In einem Kartellstreit hat die Anti-Monopol-Behörde in Russland den Internet-Riesen Google zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet etwa sechs Millionen Euro verurteilt.

Google habe seine marktbeherrschende Stellung mit seinem Handy-Betriebssystem Android ausgenutzt, teilte die russische Kartellbehörde am Donnerstag mit. Die Strafe gegen Google werde die Entwicklung von Betriebssystemen der Konkurrenz fördern und sei daher positiv für die Kunden.

Hintergrund ist eine Beschwerde des russischen Suchmaschinenanbieters Yandex. Die Firma wirft Google vor, mit seinem Betriebssystem Android die Installation von Yandex-Angeboten auf Mobiltelefonen zu behindern. Zudem sei Google auf Android-Smartphones als Suchmaschine voreingestellt. Yandex hatte sich Anfang 2015 an die Kartellbehörde gewandt, die Google im September 2015 entsprechende Vorwürfe machte.

Seitdem verhandelte die Behörde mit dem US-Unternehmen über einen Vergleich - in dem Google sich allerdings hätte schuldig bekennen müssen. Der Konzern hat die Vorwürfe aber immer bestritten. Am Donnerstag erklärte ein Sprecher des Unternehmens in Russland, Google werde die Entscheidung der Kartellbehörde zunächst prüfen.

Google wird von Konkurrenten immer wieder vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen, um bei Smartphones auf unfaire Weise eigene Apps durchzusetzen. Eine Beschwerde dagegen war unter anderem 2013 bei der EU-Kommission eingereicht worden.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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