Will die Suchmaschine Vorfahrt für ihre Daten?

Google sorgt für Unruhe im Netz

Versetzt die Netzwelt in Aufregung: Google-Chef Eric Schmidt

Berlin / New York. Der Internetdienst Google sorgt für Aufregung. Er wolle dem Netzbetreiber Verizon eine Gebühr dafür zahlen, dass seine Dienste ungehindert übermittelt werden, berichten die „New York Times“ und Bloomberg. Google dementierte.

Es gebe keine Gespräche mit dem Telekommunikationsunternehmen, so der Konzern. „Wir bleiben so wie bisher schon immer einem offenen Internet verpflichtet.“ Doch der Streit um eine Überholspur im Internet schwelt schon länger – und er hat Folgen für die Nutzer.

Gleiches Recht für Daten: Bisher herrscht im Netz Neutralität. Das heißt: Netzbetreiber kontrollieren weder den Inhalt der Daten, die sie durchleiten, noch geben sie bestimmten Gruppen Vorrang. Der Nachteil: Werden zu viele Daten transportiert, sinkt aber die Übertragungsgeschwindigkeit für alle.

Eine Vereinbarung, mit der sich Google gegen Gebühr eine Datenvorfahrt erkauft hätte, würde die Netzneutralität aushebeln, befürchten Kritiker: Wer zahlt, hat Vorfahrt. Nachteil für Nutzer: Wenn die Internetdienste für die Vorfahrt auf der Datenautobahn bezahlen, werden sie versuchen, die Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen, ist zu befürchten. Wer im Netz schnell und zuverlässig bedient werden will, muss zahlen. Die anderen müssen warten.

Diese Befürchtungen hegen übrigens nicht nur Verbraucherschützer, sondern auch Firmen. Sie haben Angst, dass sie im Datenverkehr das Nachsehen gegenüber Kunden haben, die besser zahlen. Vorteil für Netzbetreiber: Bei den Netzbetreibern rumort es seit längerem: Sie wollen nicht nur Postboten für Datenpakete sein, die zudem immer größer werden. Schließlich müssen sie in die Netzstruktur investieren – und dafür wollen sie Geld von den Anbietern der Netzinhalte.

Auch die Deutsche Telekom machte vor einiger Zeit klar, dass sie sich die Möglichkeit offen halte, besonders große Anbieter zur Kasse zu bitten. Dabei hat Telekom-Chef René Obermann übrigens auch Google im Blick. Die Datenkönige: Wenige große Unternehmen sind die Quelle der meisten Daten. Das gilt vor allem für Videodienste wie die Google-Tochter youtube. Doch auch, wer über das Internet telefoniert, ist auf einen schnellen, unterbrechungsfreien Datenstrom angewiesen. (wll)

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