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Erster großer Technikhändler schafft Bargeld-Zahlung ab – so reagieren Rewe, Edeka und MediaMarktSaturn

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Von: Lisa Mayerhofer

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Mensch zahlt im Supermarkt mit 5-Euro-Schein
Wer ein paar Tipps beachtet, kann beim Einkaufen im Supermarkt Geld sparen. © Ute Grabowsky/photothek.de/Imago

Der Technikhändler Gravis bietet in seinen 40 Läden in Deutschland künftig nur noch Kartenzahlung an – und zwar unabhängig vom Einkaufswert. Weitere große Händler werden wohl eher nicht nachziehen.

München – Bargeld ist immer noch das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel an der Ladenkasse, das geht aus einer im Dezember veröffentlichten Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Doch gemessen am Wert übertrafen demnach im Euroraum Kartenzahlungen erstmals Scheine und Münzen. Die Corona-Pandemie habe den Trend zu elektronischen Zahlungsmitteln beschleunigt. Eine Mehrheit der Verbraucher bevorzuge nun elektronische Zahlungsmittel.

Technikhändler Gravis bietet nur noch Kartenzahlung an

Darauf hat der Technikhändler Gravis reagiert: Er bietet künftig nur noch Kartenzahlung an – und zwar unabhängig vom Einkaufswert. Das bestätigte das Unternehmen dem Spiegel. Der Technikhändler, der eng mit Apple zusammenarbeitet, hat 40 Läden in Deutschland. Ein Grund für die Entscheidung: Laut Angaben des Händlers läge die Zahl der mit Bargeld zahlenden Kunden im „kleinen einstelligen Prozentanteil“, so das Magazin.

Für größere Unternehmen liegen die Vorteile von Kartenzahlungen gegenüber Barzahlungen auf der Hand: Es ist günstiger und hat Versicherungsvorteile. „Jeden Abend muss in Geschäften Kasse gemacht werden, Geld auf Falschgeld geprüft werden, das Geld zur Bank gebracht werden und so weiter“, erklärt Jürgen Moormann, Professor für Bank- und Prozessmanagement an der Frankfurt School of Finance and Management, gegenüber Capital. Nur für kleine Unternehmen wie etwa einer Bäckerei sieht die Sache anders aus: Sie möchten teilweise kein Geld für Kartenlesegeräte und Transaktionskosten ausgeben.

Supermärkte und Elektronikhändler halten an Bargeldzahlungen fest

Heißt das nun, dass Verbraucher vermehrt bei großen Händlern nicht mehr in bar bezahlen können? Das Tech-Magazin chip.de hat nachgefragt und herausgefunden: Alle großen Supermarktketten wie Rewe, Penny Netto, Kaufland, Aldi Nord und Edeka wollen ihren Kunden weiterhin die Möglichkeit bieten, bar zu bezahlen.

Thomas Bonrath, Pressersprecher der Rewe Group, sagte dem Magazin: „Bargeld nimmt zwar von Bedeutung ab, stellt aber immer noch die zweitbeliebteste Bezahlform dar. Für uns als Händler haben ‚digitale‘ Versionen auch Handlings- und Versicherungsvorteile. Letztlich ist es uns aber wichtig, unseren Kunden die Entscheidung zu überlassen, wie sie zahlen möchten. Weshalb wir auch zukünftig möglichst viele Bezahlverfahren anbieten werden – also auch weiterhin die Barzahlung.“

Auch bei den Elektronikhändlern wie beispielsweise MediaMarktSaturn sieht es ähnlich aus. Bargeldzahlung soll hier ebenso bestehen bleiben. Euronics und Expert gaben gegenüber chip.de an, dass den einzelnen Händlern der Marken die Wahl der Zahlungsmöglichkeiten freistehe, es aber eine Empfehlung gebe, Bargeldbezahlungen anzubieten.

Mit Material der dpa

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