DIW-Präsident prophezeit

Griechenland braucht weiteren Schuldenschnitt

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DIW-Präsident Marcel Fratzscher (kleines Bild) prophezeit einen weiteren Schuldenerlass für Griechenland

Frankfurt am Main - DIW-Präsident Marcel Fratzscher prophezeit einen weiteren Schuldenerlass für Griechenland. Dieses Mal dürften allerdings öffentliche Kreditgeber Geld verlieren.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher rechnet fest mit einem weiteren Schuldenerlass für das krisengeplagte Griechenland. „Es ist klar, dass Griechenland früher oder später einen weiteren Schuldenschnitt brauchen wird“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der dpa. Denn es sei deutlich, dass die griechische Regierung immer noch nicht in der Lage ist, viele der wichtigen Reformen durchzuführen: „Man wird einige der gesetzten Ziele nicht erreichen.“ Das Thema komme spätestens zum Jahresende auf den Tisch.

Anders als beim ersten Schuldenschnitt 2012 dürften nach Fratzschers Überzeugung nun auch öffentliche Kreditgeber Geld verlieren. „Denn private Gläubiger gibt es kaum mehr.“

Fratzscher schätzt, dass bis zur Hälfte der griechischen Staatsschulden früher oder später in einer oder der anderen Form abgeschrieben werden müssen. In welcher Größenordnung das Deutschland und damit die Steuerzahler treffen wird, sei schwer zu sagen. Aber Deutschland stehe mit 27 Prozent der Eurozonen-Kredite in der Schuld. „Es ist ein zweistelliger Milliardenbetrag über die nächsten Jahre, der auf Deutschland zukommen wird“, sagte Fratzscher am Montagabend im Frankfurter Wirtschaftspresseclub ICFW.

dpa

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