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Großhändler nach Konjunkturabsturz  optimistisch: Umsatzplus erwartet

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Nach dem Konjunkturabsturz rechnet der Deutsche Großhandel für das Jahr 2010 wieder mit einem Umsatzplus. © dpa

Berlin - Großhändler und Dienstleister schauen optimistischer in die Zukunft. “Nach einem beispiellosen Konjunkturabsturz fasst die deutsche Wirtschaft wieder Tritt“, sagte der Präsident des Branchenverbands BGA, Anton Börner, am Dienstag.

Im laufenden Jahr erwartet Börner ein Umsatzplus im Großhandel von rund fünf Prozent auf 769 Milliarden Euro. Damit könnte ein Viertel des 2009 verlorenen Umsatzes wieder eingespielt werden.

Im vergangenen Jahr waren die Großhandelserlöse um rund 15 Prozent auf 732 Milliarden Euro abgestürzt. Für die Gesamtwirtschaft hält der BGA ein Wachstum von 2,5 Prozent oder mehr für möglich. “Allerdings erwarten wir 2011 dann einen deutlichen Dämpfer“, sagte Börner.

Achillesferse des Aufschwungs bleibe der private Konsum. Weil die Menschen wieder stärker um ihre Jobs fürchteten, hielten sie ihr Geld zusammen. Immer wichtiger für den Arbeitsmarkt werde der Bereich der Dienstleistungen. “Sein Anteil an der Gesamtbeschäftigung hat sich seit 1991 von unter 60 Prozent auf aktuell 73 Prozent erhöht.“

Die Stimmung in der Branche hat sich deutlich verbessert. Der Großhandelsindikator legte von 83,3 Punkten im zweiten Halbjahr 2009 auf 102,6 Punkte zu Jahresanfang zu. “Wir gehen in diesem Umfeld davon aus, dass die Nachfrage nach Maschinen, Anlagen und Vorleistungen wieder steigt“, sagte Börner. Die Lage in Ostasien, Indien und Europa habe sich verbessert.

Probleme haben viele Unternehmen bei der Finanzierung. Es drohe weiter eine Verknappung von Krediten, sagte Börner. Er forderte die Banken auf, ihre im Dezember beim Krisengipfel bei der Kanzlerin versprochenen Extrahilfen einzulösen. Börner kritisierte den Steuerstreit in der Koalition. Das untergrabe die Glaubwürdigkeit von Schwarz-Gelb und trage “nicht zur nötigen Vertrauensbildung bei den Unternehmen bei“.

Es sei aber richtig, in der Krise ausnahmsweise über höhere Schulden mehr Wachstum anzuregen. “Die Konjunktur kann man nicht nur durch immer neue Sozialleistungen anregen, sondern auch durch das Senken von Steuern“, sagte Börner. Später müsse es aber eine grundlegende Modernisierung des Steuerrechts geben.

dpa

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