Zusätzliche Züge wegen Pilotenstreiks

Bahn hilft gestrandeten Flugpassagieren

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“Die Züge müssen ordentlich sein, die Produkte müssen stimmen: Pünktlich und in guter Bahnchef Rüdiger Grube: Qualität“.

Frankfurt/Main/Berlin - Wegen des Pilotenstreiks bei der Lufthansa hat die Deutsche Bahn zusätzliche Züge eingesetzt. Wegen der ICE-Technikprobleme gibt es jedoch weiter Behinderungen.

Im Vergleich zu den üblichen 330 000 Fernverkehrs-Kunden am Tag sei die Reisendenzahl aber “nur geringfügig höher“ gewesen, teilte der bundeseigene Konzern in Berlin mit. Die Züge hätten die zusätzlichen Reisenden aufnehmen können.

Lufthansa-Streik: Das müssen Passagiere jetzt wissen

Flugausfälle, Verspätungen, lange Schlangen: Was Passagiere zum Pilotenstreik wissen sollten. © dpa
1.) Wann genau wird gestreikt? Begonnen hat der Ausstand der Piloten in der Nacht zum Montag, 22. Februar, um 00.00 Uhr. Beendet sein soll er nach Ankündigung von Cockpit erst am späten Donnerstagabend, 25. Februar, um 23.59 Uhr. © dpa
2.) Welche Ausmaße hat der Pilotenstreik? Die Lufthansa hat die Streichung von zwei Dritteln ihrer Flüge in dem betreffenden Zeitraum angekündigt. Von den täglich rund 1.800 Flügen starten also nur 600. © dpa
Auch Auswirkungen auf andere Länder waren schon am Montag zumindest in geringen Umfang spürbar - schließlich sind die Airports in München und Frankfurt am Main wichtige internationale Drehkreuze. © dpa
3.) Wer streikt? Aufgerufen sind 4.000 der 4.500 Piloten und Co-Piloten in Passagier- und Frachtmaschinen bei der Lufthansa sowie ihrer Tochter Germanwings. Wie viele Piloten jeweils tatsächlich streiken, ist offen. © dpa
Weil die Vereinigung Cockpit bei den Beschäftigten des Lufthansa-Kernkonzerns einen hohen Organisationsgrad hat, wurde jedenfalls eine hohe Streikbeteiligung erwartet. © dpa
4.) Was wollen die Piloten mit ihrem Streik erreichen? Sie wollen vor allem ihre gut bezahlten Arbeitsplätze im Lufthansa-Konzern schützen. Nach Darstellung der Gewerkschaft werden diese zunehmend in billigere Gesellschaften verlagert. © dpa
Ursprünglich wollten die Piloten zudem 6,4 Prozent mehr Gehalt - bei einem Stopp der Auslagerung ihrer Jobs wären die Piloten aber wohl zu einer Nullrunde bereit. © dpa
5.) Welche Rechte hat ein Passagier bei Verspätungen? Laut der EU-Fluggastrechte-Verordnung können Fluggäste schon bei kürzeren Verspätungen auf Rechte pochen. © dpa
Bei Abflugverzögerungen von zwei Stunden bei Kurzstrecken, drei Stunden bei Mittelstrecken und vier Stunden bei Langstrecken muss auf Wunsch “für das leibliche und kommunikative Wohl“ des Fluggastes gesorgt werden, wie die Verbraucherzentralen betonen. © dpa
Im Klartext: Passagiere haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails sowie - falls nötig - Hotelübernachtungen inklusive Transfer. Wer seine Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung sein Geld zurückverlangen. © dpa
6.) Was, wenn der Flug gestrichen wird? Wer am Flughafen erfährt, dass seine Verbindung gestrichen ist, hat die Wahl, den Ticketpreis erstattet zu bekommen oder sich mit einem Ersatzflug zum Ziel bringen zu lassen. © dpa
Die Fluggesellschaft muss dann eine alternative Beförderung unter gleichen Reisebedingungen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt ermöglichen. Gegen Schadenersatz- oder Ausgleichszahlungen wehren sich die Fluggesellschaften in der Regel und verweisen oft auf die außergewöhnlichen Umstände - auch bei Streiks. © dpa
7.) Was sollten Passagiere noch tun? Sich bei einer Flugannullierung den konkreten Grund am Flughafen schriftlich bestätigen lassen. Damit können sie ihre Rechtsposition unter Umständen verbessern, falls es später vor Gericht geht. Wer sich offiziell beschweren will, muss sich dazu an das Luftfahrt-Bundesamt wenden. © dpa

In Abstimmung mit der Lufthansa wurden auf einigen Strecken Zusatzzüge eingesetzt oder die Platzkapazitäten erhöht. An mehreren Bahnhöfen waren mehr Servicekräfte präsent.

ICE-Technikprobleme dauern an

Die ICE-Flotte ist wegen Technikproblemen gerade ausgedünnt. Bahnchef Rüdiger Grube bekräftigte, die Schwierigkeiten beheben zu wollen. “Die Züge müssen ordentlich sein, die Produkte müssen stimmen: Pünktlich und in guter Qualität“, sagte Grube der “Bild“-Zeitung (Montag). Die Bahn habe sich mit allen Herstellern geeinigt, die Probleme mit Achsen endlich in den Griff zu bekommen. Dies brauche aber Zeit: “Rund die Hälfte unserer 252 ICE-Züge ist betroffen. Die Arbeiten daran werden noch zwei bis drei Jahre dauern und teilweise zu Einschränkungen führen.“

Derzeit sind viele Züge sehr voll, da auf einigen Strecken nur kürzere ICE eingesetzt werden können. Teile der Flotte müssen häufiger zu Sicherheitsüberprüfungen in die Werkstätten als vorgesehen. Hinzu kommen Beeinträchtigungen wegen Winterwetters.

Sonderzüge wegen Pilotenstreik

Als Reaktion auf den Lufthansa-Streik setzte die Bahn am Montag zusätzliche Züge zwischen Köln und Hamburg sowie zwischen Köln und Berlin ein.

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Auf der Strecke Hamburg-Kassel-Nürnberg-München fuhren ICE-1-Züge, die mehr Plätze haben als die dort sonst eingesetzten ICE 2. Auch zwischen Köln und Frankfurt wurde die Platzkapazität erhöht. In den nächsten Tagen wolle die Bahn flexibel reagieren, sagte ein Sprecher. In Frankfurt, dem Standort des größten deutschen Flughafens, wurden am Montagmorgen zunächst keine größeren Streikauswirkungen bei der Bahn beobachtet.

“Am Hauptbahnhof ist das kaum merklich, und am Flughafen-Bahnhof sind es ein paar Reisende mehr. Von großem Gedränge kann aber keine Rede sein“, sagte ein Bahnsprecher. Die meisten Passagiere seien offensichtlich über die Medien informiert gewesen und hätten rechtzeitig umgeplant. Lediglich am Fernbahnhof des Flughafens seien einzelne Züge sehr voll gewesen und deshalb etwa fünf Minuten verspätet losgefahren. “Es ist aber keiner auf dem Bahnsteig zurück geblieben.“

dpa

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