Grünes Gewissen und gute Renditen - Finanzwoche Teil 3

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Ökologische Aspekte bei der Geldanlage: Wer sein Geld verantwortungsvoll investieren will, dem steht heutzutage ein breites Spektrum an Anlagemöglichkeiten offen.

Die globalen Folgen des Klimawandels bestimmen immer häufiger die Schlagzeilen. Auch die meisten Bundesbürger sind dafür mittlerweile sensibilisiert. Sie wissen, dass jeder mit seinem Verhalten auch im Kleinen etwas bewegen kann.

Das beginnt beim Einkauf, wo man auf regionale Bioprodukte setzen kann, betrifft eine umweltschonendere Mobilität und geht weiter mit energiesparenden Haushaltsgeräten und einem energieeffizienten Wohnen.

Auch beim Geld hat sich der Fokus dramatisch gewandelt. Immerhin rund 1,15 Billionen Euro sind derzeit weltweit bereits in nachhaltigen Investments angelegt – im Jahr 2009 waren es erst 729 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Studie des European Sustainable Investment Forums (Eurosif) hervor.

Überdurchschnittliche Wachstumsraten

Während man bei „normalen“ Investments meist nicht erfährt, wo das Geld angelegt wird, ist dies beim „Grünen Geld“ anders. Hier ist klar definiert, wo investiert wird – etwa in erneuerbare Energien, soziale Förderprojekte und ökologische Landwirtschaft. Grüne Investments sind somit nicht nur lukrativ, sondern sorgen beim Anleger zudem für ein gutes Gewissen. Ob Windräder, Solaranlagen, Biogas oder nachwachsende Rohstoffe: Was lange Zeit als exotisch galt, erreicht inzwischen überdurchschnittliche Wachstumsraten und eröffnet hohe Gewinnchancen.

„Renditen von vier bis zehn Prozent pro Jahr zeigen, dass Grüne Geldanlagen ökonomisch reizvoll sind“, erläutert Georg Hetz, Geschäftsführer eines Anbieters, der sich auf umweltfreundliche Geldanlagen spezialisiert hat. Tagesgeld und Festgeld bringen dagegen derzeit gerade einmal 1,5 bis 2,5 Prozent. „Bei einer Inflationsrate von gegenwärtig etwa zwei Prozent verlieren die Sparer häufig bares Geld“, führt Georg Hetz weiter aus.

Umweltfreundliche Energie für 1,5 Millionen Menschen

„Mit dem jährlich erzeugten Ökostrom könnten rein rechnerisch rund 1,5 Millionen Menschen mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden“, erläutert Hetz. „Das entspricht immerhin einer Stadt wie München.“ Schon ab 5000 Euro können sich Anleger an den entsprechenden Projekten beteiligen und beachtliche „grüne“ Zinsen erzielen. Bei den Erneuerbare-Energien-Fonds beispielsweise fließt das Geld in modernste Kraftwerke zur klimafreundlichen Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Biomasse. Heraus kommt regenerativ erzeugte und dringend benötigte Ökoenergie.

Projekte vor Ort in Augenschein nehmen

Ein großer Vorteil von Umweltfonds, die moderne Projekte für die Erzeugung erneuerbarer Energien finanzieren: Die Projekte lassen sich vor Ort in Augenschein nehmen, das unterscheidet diese Anlageform von den globalen und abstrakten Finanzströmen anderer Anlagen.

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„Vielen Menschen ist gerade diese Transparenz besonders wichtig. Man interessiert sich dafür, wie und wo das Geld konkret eingesetzt wird“, betont Georg Hetz. Der Anleger könne theoretisch zu dem Projekt fahren, in das er sein Geld gesteckt hat, und sich von seiner Solidität überzeugen.

„Wir legen großen Wert auf Transparenz und auf Aspekte wie Sicherheit und Verantwortung. Geldanlagen, die in werthaltige und konkrete Sachprojekte investieren, sind eine interessante und lohnenswerte Beimischung auch für kleine Anleger“, erklärt Hetz.

Grüne Geldanlagen bewegen etwas

Grüne Geldanlagen können viel bewegen – etwa die von der Politik beschlossene und in der Umsetzung befindliche Energiewende. Denn die meisten Solarparks, Windkraft- und Biogasanlagen werden mit dem Geld privater Anleger finanziert. Diese erhalten neben guten Renditen auch das gute Gefühl, etwas bewirkt zu haben. „26 Prozent des deutschen Stromverbrauchs wurden im dritten Quartal 2012 durch erneuerbare Energien gedeckt“, betont Georg Hetz. (djd/pt)

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